Vergebens waren nun alle Bemühungen Gotthards, in ihm eine Empfindung von Leben und Hoffnung zu erregen. Je mehr er von Hermanns hochfinniger Denkungsart ſprach, je mehr er deſſen edles Herz und vortrefflichen Charakter pries, deſto düſtrer ward Karls Blick und am Ende ſagte er mit zornigem, faſt befehlendem Tone: „Schweig', ich will kein Wort mehr davon hören!“ Erſtaunt und verletzt ſah Gotthard ſeinen ſonder⸗ baren Gaſt an; und hätten nicht des Barons todtenbleiche, mit kaltem Schweiß bedeckte Wangen, ihn erſchreckt und nachdenklich gemacht, ſo würde ſicher ſein natürliches, hitziges Temperament, welcher ſchon vorher durch Ludwigs Brief Feuer und Flamme war, ihn zu einer Antwort veranlaßt haben, welche er gewiß hinterher bereut hätte. So ſchwieg er aber geduldig und behandelte Karl mit aller Nachſicht, welche ein Kranker verdient. Unterdeſſen verſtrich ein Tag um den andern, die Gerichtsgeſchäfte gingen ihren gewöhnlichen taktmäßigen Gang und auch Karls Kräfte ſtellten ſich nach und nach wieder ein; allein ein tiefer, düſtrer Gram hatte ſich auf ſeiner Stirne gelagert und ſprach aus dem dunkel glühenden Feuer ſeiner Augen. Der Herr Kronlehensmann Fuſelberg hatte Alles aufgeboten, um ſeine Sache zu betreiben; allein Gotthard, der in alle juriſtiſchen Myſterien eingeweiht war, wußte, als Anwalt der Familie Silberſparre, deſſen Bemühungen zu Nichte zu machen; nichts deſto weniger reiste aber Fuſelberg mit dem feſten Entſchluß, am nächſten Sonntage die öffentliche Verſteigerung von Wallby bekannt machen zu laſſen*), von Brobanda ab. Heimlich ſchwur er einen theuern Eid, wenn er auch für den ungeſetzlichen Eifer, womit er die Sache ſeines Clienten betrieb, in Strafe verfallen ſollte, ſo müſſe er doch ſeinen Zweck erreichen und die Genugthuung haben, die hochmüthige Bettler⸗ familie von Wallby abziehen zu ſehen. Schon vor ein
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*) Dieß geſchieht in Schweden von der Kanzel herab durch den Geeſſtlichen. S 3
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