Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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kann. Der Vater hat einen heftigen Schlagan⸗ fall gehabt und wir können deßhalb Nichts in der bewußten Angelegenheit thun, welche ich, aufrichtig geſagt, auch in ſo guten Händen glaube, daß es von unſerer Seite nicht ſehr delikat wäre, irgend eine Veränderung zu treffen.

Ludwig Dahl.“

„Verdammter Junge, was der auf einmal ſo zart⸗ fühlend wird!“ rief Gotthard unwillig aus und weckte dadurch ſeinen Freund Karl.

„Ha, Du haſt einen Brief bekommen!“ rief dieſer, „was enthält er?“

„Für den Augenblick einen Strich durch unſre Rech⸗ nung, liebſter Bruder,“ antwortete Gotthard und ſuchte ſeine Aufregung zu verbergen,„allein durchaus Nichts, was die Hoffnung, welche ich Dir gemacht habe, ver⸗ nichten könnte; Du kannſt nichtsdeſtoweniger ſo feſt darauf bauen, als wenn es meine eigne Sache wäre. Da, lies! Mein Oheim iſt krank; der Brief iſt von einem aber⸗ witzigen Jungen, der ſich in dem Gedanken gefällt, auch einmal ein Wort reden zu dürfen; mit umgehender Poſt werde ich aber deßhalb an meinen Vater ſchreiben. Er wird uns die Unterſchrift meines Oheims Dahl unter das Dokument, welches wir brauchen, zu verſchaffen wiſſen. Und ſollte, was Gott verhüten möge, der Bie⸗ dermann zu ſeinen Vätern gehen, ſo tritt mein edler Hermann, als der älteſte Sohn, in die Gerechtſame ſei⸗ nes Baters und dann iſt es eine völlig abgemachte Sache, daß die Klage niedergeſchlagen wird.“

Mit einem duſtern, unwilligen Blick, den ſich Gott⸗ hard nicht zu erklären wußte, ſchüttelte Baron Silberſparre ſein kummervoll gebeugtes Haupt.„Dieß fehlte noch,“ murmelte er kaum hörbar.„Eine Verbindlichkeit gegen ihn, eine Abhängigkeit von ſeinem Edelmuthe,— dieß find drückendere Feſſeln, als Sklavenketten.“ Er drückte die Hand feſt gegen die glühende Stirne und ſank wieder auf ſein Kiſſen zurück.