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Gegenwart verkündigte. Gatthard ahnte, was er bringe und öffnete haſtig.
„Hier,“ ſagre die gefällige Seele, mit einem frohen Lä⸗ cheln auf den dünnen Lippen.„Ich wußte, wie ſehr Sie dar⸗ nach verlangten, Herr Notarius, deßhalb habe ich Schildwache geſtanden und den Poſtboten allſogleich abgefaßt.“ Mit die⸗ ſen Worten reichte er Gotthard das ſchwarze Brieffelleiſen.
„Danke, danke, braver Lidnen! Mag der Inhalt ein froher oder trauriger ſeyn, e ich doch meine künftige Richterehre zum Pfande, daß ich Ihnen dafür Gelegenheit ſchaffen werde, fiſchen zu dürfen und, ſtatt am Schreibtiſche zu ſitzen, den Abend in Geſellſchaft der Najaden zuzubringen, welche den kleinen See beherrſchen.“
Lächelnd, die Hand auf der Bruſt, zog ſich Lidner rücklings zur Thüre hinaus.„Gott gebe, daß es einmal Ruhe wird,“ ſagte er und der friſche Morgenwind ſpielte mit ſeinen ſpärlichen Haaren, ſo daß die dünnen Locken um ſeine gefurchte Stirne flogen.
Das kurze Zwiegeſpräch der beiden Männer hatte in dem Vorzimmer Statt, konnte alſo vom Baron nicht vernommen werden, welcher ermattet von der gewöhnli⸗ chen nächtlichen Schlafloſigkeit, gegen Morgen endlich in einen leichten Schlummer geſunken war. Leiſe ſchloß Gotthard die Thüre, warf ſich im Hintergrunde des
Zimmers auf einen Sopha und öffnete das Felleiſen, wel⸗
ches ſogleich alle ſeine Reichthümer zeigte; wie ein gieri⸗ ger Schatzgräber kramte er zwiſchen all' den Zeitungen
und amtlichen Schreiben, um einen Brief mit dem Poſt⸗
zeichen M.. zu erbeuten. Endlich ſiel ihm einer in die Hand; er ſah wohl, daß die Aufſchrift nicht von der Hand ſeines Oheims war; was ſollte wohl das bedeu⸗ ten? Er erbrach das Siegel; allein wie ſchildern wir ſeine Betrübniß, Kummer und Aerger, als er weiter Nichts fand, als blos folgende Zeilen von Ludwigs Hand:
„Lieber Bruder!
Ich bedaure, daß in dem gegenwärtigen Au⸗ genblick Nichts für Deinen Wunſch geſchehen
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