Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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thränendem Blicke hingen.Redlicher Schwager, Du un⸗ veränderlicher Freund in Freud und Leid, ſagte er mit leiſer, aber klarer Stimme.Dir und Deiner Gattin habe ich für das größte Glück zu danken, für die ſchöne ungetrübte Seligkeit, welche mir dadurch zu Theil ge⸗ worden, daß ich an mein mit Recht ſtolzes Vaterherz, in unendlicher Liebe, einen Sohn drücken konnte, deſſen ſtete Aufführung die Hoffnungen gerechtfertigt hat, welche wir ſchon in ſeiner früheſten Jugend auf ihn ſetzten. O, mein Hermann, Du Ebenbild der theuren Vorangegangenen. Sieh', Bundler, die Freude, welche er mir bereitete, hat mir Erſatz gegeben für manche bittere, freudloſe Stunde, und könnte ich ihn vor meinem Tode noch ein Mal ſeg⸗ nen, ſo wäre der einzige Wunſch erfüllt, welcher mir noch übrig bleibt.

Du weißt, wir erwarten ihn, ſagte Bundler vor⸗ ſichtig.Trauſt Du Dir ſo viel Stärke zu, ihn ſehen zu

können, wenn er bald käme.

O gewiß! Ach, daß er da wäre! Bundler, Freund, Bruder, wenn es ſo iſt, dann laß mich nicht vergeblich nach dieſer Seligkeit ſchmachten!

Der Vorhang wich zurück und eine hohe Geſtalt trat ſchnell hervor. Dahl machte eine ungeduldige Bewegung mit der Hand, und im nächſten Augenblicke lag ſein Sohn über das geliebte Vaterantlitz hingebeugt. Der ſtarke, eiſenfeſte, junge Mann weinte wie ein Kind; es war einer von jenen großen, unvergeßlichen Augenblicken im Leben, welche gleich einſam funkelnden Sternen fortleben durch die Nacht der Erinnerung und der Jahre bis an den letzten unſerer Tage.

Mehre Stunden vergingen. Als der Vater gegen Morgen wieder entſchlummerte, ließ ſich Hermann von Bundlern überreden, auch Ruhe zu ſuchen, oder richti⸗ ger, ſeine Gedanken zu ſammeln. Als Bundler mit eigener Hand die Thüre hinter ihm verſchloß, ſagte er

mit Nachdruck:Wann es Zeit iſt, werde ich Dich ſelbſt

holen. Wir müſſen unterdeſſen den Kranken der Ruhe