Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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vergeſſen wirſt, mußt Du nicht zu hart gegen ſie ſeyn; ich weiß freilich, Du biſt nie ihr Freund geweſen.

Das iſt wahr, Dahl, ich geſtehe es; allein warum? Well ſie nie Deine nachſichtsvolle Liebe zu würdigen wußte, und noch weiter, weil ſie von Jugend auf den Ludwig verzogen und alle guten Eigenſchaften in ihm zerſtört hat. Deſſen ungeachtet ſoll Dein Wille mir ſtets heilig ſeyn, als der letzte und größte Beweis des beſten und edelſten Herzens, welches ſich ſogar im Tode noch bemüht, dem Gegenſtande ſeiner Liebe den Weg zu ebnen und leicht zu machen.

Mit einem ſchwachen Händedruck bezeugte ihm Dahl ſeine Zufriedenheit; dann fuhr er fort:Zufolge meines Teſtaments biſt Du zu Ludwigs Vormund beſtellt. Ich lade Dir dadurch eine große und ſchwere Pflicht auf; aber nur auf Deine Schulter konnte ich ſie getroſt legen; denn ich bin überzeugt, daß Du, beſſer als ich ſelbſt, ihn be⸗ aufſichtigen und, mit Gottes Hilfe, ihm beſſere Grund⸗ ſätze beibringen wirſt, als bisher ſein leichtſinniges Ge⸗

müth beherrſcht haben. Die Zukunft des Jungen macht mir viel Sorge und Kummer, und meine letzte Kraft will ich noch auf eine Unterredung mit ihm aufparen. Der Allmächtige gebe ſeinen Segen zu meinen ſchwachen Worten.

Bundler ſenkte das Haupt; er war zu angegriffen, um ſprechen zu können.

Nun folgte eine lange Pauſe, welche Bundler, ſo leid es ihm auch um den ſehnlich wartenden Hermann that, nicht zu unterbrechen wagte, denn er wußte wohl, daß der Kranke auf die große Anſtrengung wieder Zeit brauchte, um Kraͤfte zu ſammeln. 8

Nachdem Dahl eine Zeitlang mit geſchloſſenen Augen gelegen hatte, öffnete er ſie wieder, und ein milder, fried⸗

licher Ausdruck, wie er an ein baldiges Ende des Erden⸗ kampfes zu erinnern pflegt, welcher verkündet, daß alle. Irdiſche abgeſchüttelt iſt, und nur das beſte Theil noch

bleibt ein ſolcher ſchöner Ausdruck lag in Dahls

Augen, als ſie mit zärtlicher Dankbarkeit an Bundlers

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