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„ Nun, beſter Oheim, was macht die liebe gute Tante und meine Hulda? Wie habe ich mich geſehnt, ſie zu ſehen; aber— mir bangt“— dabei druͤckte er ſeinem geliebten Pflegvater heftig dde Hand—„mir bangt bei dem Gedanken, der ſich mir oft aufdrängen und meine Hoffnung auf Erdenſeligkeit zerſtören will, daß ich viel⸗ leicht nicht im Stande bin, in Hulda daſſelbe Gefühl zu Afin⸗ welches ſchon ſo lange in meiner Bruſt für ſie üht.“ 8„Ach, damit hat es keine Gefahr,“ meinte Bundler; „die Liebe macht Dich zu ſchüchtern. Sie liebt Dich ja ſchon ſeit ſie zu denken angefangen— das macht ſich von ſelbſt.“
„Ja aber, liebſter Oheim, ich verlange mehr, etwas Höheres, als nur eine ſolche Liebe. Doch,“ brach Her⸗ mann ab, pjetzt iſt keine paſſende Zeit für ſolche Mitthei⸗ lungen.— Wie ſteht es mit meiner Stiefmutter? Es iſt ein harter, empfindlicher Schlag, einen Gatten zu ver⸗ lieren, deſſen Liebe und Geduld ſo unermüdliche Nachſicht mit ihren Fehlern hatte, und der ihr ſo gütig und lieb⸗ reich die vielen trüben Stunden verzieh, welche ihm ihre unfreundliche Laune bereitete.“
a, er war in dieſer Hinſicht ſehr ſchwach,“ ſagte der Doktor hitzig und ſaßte ſich, nach alter Gewohnheit, wenn ſein Blut in Wallung gerieth, am Backenbarte. „Du kannſt Dir keine Vorſtellung machen, wie ſie in den letzten Jahren gehaust und ihn tyrannifirt hat! Je nach⸗ giebiger er war, je mehr er ſich, des ewigen Keifens
müde, ihr Regiment gefallen ließ, deſto feſter faßte ſie die Zügel. Und was der geplagte Mann unter den ver⸗ einten Bemühungen Deiner Mutter und des Unglücks⸗ vogels Ludwig gelitten hat, das weiß nur Gott und er ſelbſt. Mir hat er nie geklagt; ich merkte aber wohl wie die Sachen ſtanden, als er einmal anfing, ſie nicht mehr in Schutz zu nehmen, wenn ich von Zeit zu Zeit, ſowohl über ſie als uͤber den Jungen, meinen Aerger ausleerte. Gleichwohl hat er ſich in einem Punkte tapfer
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