Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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Sachte, ſachte, da dürfen Sie jetzt nicht eintreten, liebſter Herr. Das Krankenzimmer des Herrn Vaters iſt eine Treppe höher; da drinnen liegt Peter blinzelte bedeutungsvoll mit den Augenja, ja, da drinnen

liegt Mamſell Hulda auf dem Sopha. Sie iſt ſeit der

Herr krank geworden bei uns hier im Hauſe, da ſie aber die letzte Zeit mehr gewacht hat als billig, ſo kam der Herr Doktor heute Nacht ſelbſt und hat das Engelskind ohne weiteres in's Bett geſchickt.

Sachte zog ſich der Ankömmling in wunderbarer Aufregung zurück. Als Peter ſich umwandte, um voraus zu gehen, drückte Hermann ſeine Lippen auf das Schloß, welches den Gegenſtand ſeiner heiligen Liebe bewahrte. Dann folgte er ſeinem Wegweiſer und trat bald in ein großes kühles Gemach, wo ſein Vater, vom Siechthume entſtellt, in einem ſchneeweißen Bette lag. Neben dem Lager ſtand ein großer bequemer Lehnſtuhl, aus welchem ſich die kraftvolle Geſtalt des Doktors erhob. Leiſen, aber ſchnellen Schrittes ging er dem Angekommenen entgegen und ſchloß ihn mit väterlicher Zärtlichkeit an ſein treues

Herz.

Gott ſey Lob und Dank, daß er noch am Leben iſt!¹ flüſterte Hermann und kniete am Lager ſeines Vaters ieder,Er ſchlummert; iſt ſein Bewußtſein zurückge⸗ kehrt?. Ja, aber er iſt ſehr ſchwach; und es ſteht ſchlimm mit ihm.

Hermann ſeußzte tief, lehnte den Kopf an das Bett und zwei große Thränen ſielen auf ſeines Vaters Hand.

Laß ihn ruhig ſchlafen, mein Sohn, ſagte Bundler, und ſetze Dich hier hinter die Gardine, daß das Lampen⸗

licht nicht auf Dein Geſicht fällt. Wenn er erwacht,

möchte ihm die heftige Erregung ſchädlich ſeyn.

Hermann gehorchte; der Doktor nahm ſeinen alten Platz im Lehnſtuhl ein, dann begann ein leiſes Zwiege⸗ fhn ch⸗ nach welchem ſich Beide ſchon ſo lange geſehnt atten.