der Kammerſchreiber ſchalkhaft,„und finde jetzt, daß Du ſchon übergenug gethan haſt, mein Billet zu bezahlen, als daß ich Dir eine abermalige Ausgabe für mich zu⸗ muthen ſollte.“
Hermann biß ſich in die Lippen; er merkte wohl, was H.. bewog, die Rolle des Delikaten zu ſpielen, und nahm ſich vor, im fernern Verlaufe des Abends ſei⸗ nem fluͤchtigen Werktagsbekannten keinen weiteren Anlaß zu geben, der ihn in ſeinem vorgefaßten Verdachte beſtär⸗ ken könnte. Kaum aber war der Vorhang zum Nachſtück aufgezogen, ſo kam Hermann ein anderer Gedanke.— „Das Ding langweilt mich, ich habe es ſchon ein paar Mal geſehen,“ ſagte er zum Kammerſchreiber;„haſt Du Luſt, noch da zu bleiben, ſo thue es— ſonſt wollen wir gehen.“
3„Ich gehe mit; wir können ja auf dem Heimwege in der ‚blauen Thüre’ einſprechen und uns einen Barſch ſchmecken laſſen.“
„Du legſt ja auf ein Mal Deine liebenswürdige Schüchternheit ab,“ meinte Hermann und lächelte dazu, obgleich er von dem Vorſchlage ſeines Freundes nicht ſehr erbaut war.
„Allerdings; eine ſo charmante Eigenſchaft kommt nur in ganz beſonderen Fällen zum Vorſchein. Gehen wir?“
Nun blieb Hermann keine Wahl. Er ſtand langſam
auf und war es Zufall, oder geſchah es mit Fleiß, er ließ eben einen noch unerbrochenen Brief, welchen er in der Hand hielt, auf die Bank fallen. Die junge Dame ergriff ihn, ehe er zu Boden fiel, wandte ſich raſch damit
auf die Seite, und als Hermann den Brief aus ihrer
Hand empfing, ſah er, wle dieſe unmerklich zitterte. Daus
lebhafte Roth ihrer Wangen ging in ſichtbare Bläſſe üder.
Einen Augenblick nur begegneten ſich ihre Blicke; aber
es war genug. 1
4 Eben kam der alte Herr zurück und wandte ſich an ſeine junge Begleiterin. Aufgeſcheucht, wie eine Taube,
um, und Hermann, welcher ihr auch die
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