Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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Lelbten Verdruß, vielleicht ſogar ein wenig Schmerz, ſteckte unſer Held ſeinen Brief wieder in die Taſche und ſetzte ſich ſo bequem als möglich zu Recht, um der Muſik zu⸗ zuhören. Allein, wie es nun kam, ob der Fehler am Orcheſter, am Muſikſtücke oder an dem Zuhörer lag, wiſſen wir nicht, ſo viel können wir aber beſtimmt ſagen, daß Her⸗ manns Augen unverwandt und mit dem Ausdrucke der größten Spannung auf einen alten Herrn in ſeinem blauen Oberrocke heftete, welcher vor ihm ſaß. Hermann ſah das Profil ſeines Nachbars deutlich und deſſen Geſicht erweckte eine halbſchlummernde Erinnerung in ihm. Neben dem Alten ſaß ein junges Frauenzimmer in einem elegan⸗ ten Seldenkleide, welches ſich vortrefflich einer ſchlanken, anmuthigen Taille anſchloß. Hermann, ſonſt gerade kein Mädchenjäger, guckte indeſſen ziemlich unbeſcheiden, bald rechts, bald links, um Etwas von ihrem Antlitz zu ſehen, allein der große weiße Seidenhut verdeckte ihm alle Aus⸗ ſicht. Als ſich die junge Dame einmal bückte, kam übri⸗ gens eine Locke ihres feinen braunen Haares auf dem weißen Nacken zum Vorſcheine. Die Farbe der Haare ſchien Hermann nicht unbekannt und eine dunkle Ahnung, eine unerklärliche Macht knüpfte in ſeiner ſonſt nicht ſehr reichen Phantaſie an die Eigenthümerin der Locke eine Reihe von alten Erinnerungen. „Was Henkers kommt Dich denn an?“ flüſterte der Kammerſchreiber höchlich erſtaunt, ſeinen Freund ihm in das Handwerk pfuſchen zu ſehen. Na, das muß ich ſagen! G — habe ich mir doch in meinem Leben nicht gedacht, daß ich Dich ein Mal auf ſolchen Wegen ertappen würde. Aber laß' dieß, Du verſtehſt das Maneuvre nicht recht und machſt die Leute durch Dein ewiges Hinüber⸗ und Heerübergucken aufmerkſam.“ Hermann ſah ſeinen Geſellſchafter ſcharf an.„Was ſchwatzeſt Du da?“ erwiederte er verdrießlich, wandte ſich dann aber ſogleich wieder von ihm weg, denn die heife Glut auf ſeinen Wangen verrieth, daß er ſich wohl