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Jetzt brennt mir der Kopf, meine Pulſe ſchlagen mit un⸗ unglaublicher Heftigkeit; ich muß aufbrechen, ſo lange ich noch heimreiten kann.“
„Dieſen Abend darfſt Du dieß nicht, Karl, dieſen nicht,“ bat Gotthard mit Wärme.„Bleibe bei mir heute Nacht; und damit die Deinigen nicht in Unruhe ſind, im Falle ſie Dich beſtimmt erwarten, ſo ſchreibſt Du ein paar tröſtende Worte, und Lidner, die gute Seele, welcher alle Leute im Gaſthofe kennt, wird dafür ſorgen, daß Dein Brief ſchleunigſt beſtellt wird. Nicht wahr, Du ver⸗ ſprichſt es mir? Bei Gott, Karl, Du mußt es mir ver⸗ ſprechen; denn ich verginge vor Angſt, wenn ich Dich unter Wegs wüßte, krank an Leib und Seele, wie Du es leider biſt. Und nun noch Eins, Karl, wenn dieß zu Deiner Beruhigung beitragen kann: ich will kein ehr⸗ licher Mann heißen, wenn ich es bei meinem Oheim Dahl nicht dahin bringe, daß die Forderung ganz ruhig auf eurem Gute ſtehen bleibt und dann, verſtehſt Du, bedarf es gar keines Bürgſcheins.“
„O ich verſtehe Dich vollkommen, Du edler, guter Menſch,“ verſetzte Karl mit tiefer Rührung;„ſpäter, wenn wir ruhiger geworden ſind und der Sturm ſich ge⸗ legt hat, ſollſt Du mich ganz verſtehen, verſtehen und faſſen, warum Du mir ſo theuer biſt, warum es mir ein ſo ſeli⸗ ges Gefühl iſt, meine brennenden Wangen an Deine warme, friedbringende Bruſt zu legen.“
Gotthard fürchtete, Karl rede irre.„Kannſt Du ſelbſt ſchreiben,“ fragte er,„oder ſoll ich es thun?“
„Nein, gib mir Feder und Papier, ich will ein paar Worte an meine arme Selma ſchreiben!“
Ueber Nacht nahm Karls Unwohlſein dergeſtalt zu, daß er am Morgen in den heftigſten Fieberphantaſien lag. Dieß war in mehr als einer Hinſicht ein großer Uebelſtand für unſern armen Gotthard, welcher es mit ſeinem Zurückhalten ſo herzlich wohl gemeint hatte und mit Recht fürchtete, der Kranke möchte in dieſem Wirr⸗ warr keiner ſo ſorgſamen Pflege theilhaftig werden, als


