Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

bis ein paar Schaufeln Erde den müden Wanderer decken.

210

Selma ſpekulire; wie vielen Verdruß er der freiherrlichen Jetz Familie ſchon gemacht und Alles aufgeboten habe, um ung zu ſeinem erſehnten Ziele zu gelangen; wie viele glänzende noch

Ausſichten für die Zukunſt er ihnen als Lockſpeiſe hinge⸗ 3 ſtellt und endlich, da Alles fehlgeſchlagen ſei, mit Freude nich den Weg betreten habe, den der Zufall ihm unvermuthet Na geboten, um hoffentlich ſo doch noch ſeinen Zweck zu Fal erreichen. Als Karl ſeinem Fruunde gleichfalls den Bürg⸗ paa ſchein zeigte, den er ſich zu verſchaffen gewußt, und welchen alle Fuſelberg am Morgen ebenſowohl geſehen hatte, gerieth De Gotthard in heftigen Zorn über den alten Schurken, der ſpri mmit öintanſetzung aller Menſchlichkeit auf dieſe Art han⸗ ſpre deln konnte und dieß noch dazu im Namen eines Andern, unt

hauptſächlich eines ſo ehrlichen, gutmüthigen Mannes wie es ſein Oheim. „Sei ruhig, Karl,“ ſagte er endlich und zitterte noch lich

von der heftigen Aufregung,„ich will ihm, ſo wahr ich nich lebe, ſchon das Handwerk legen und die Sache ſelbſt ih eur die Hand nehmen,— meine Ehre ſetze ich Dir zum Pfande! es Laß ihn nur machen; ein paar Poſttage gehen ſchnell herum, und wenn der Schuft ſeines Raubes am ſicherſten Me zu ſeyn wähnt, haben wir ihm denſelben aus den Händen we ewunden. Verlaß Dich auf mich, wir wollen die Sache leg ſchon in Ordnung bringen!“ wa „Du biſt mein guter Engel, Gotthard, meiner Noth ges

zum Troſt und zur Hoffnung geſandt,“ entgegnete der kri Baron.„Wenn Du aber wüßteſt, wenn Du ahnen könn⸗

teſt, unter welch' eiſernem Druck ich leide! Tagt es im ſch

Oſten, ſo wird es Nacht im Weſten. Dem Bürgen, welchen ich mit ſo vieler Mühe aufgebracht habe, iſt mein W Sold, nebſt Allem, was uns noch an Hausgeräthe ge⸗

blieben, verpfändet. Wo will das hinaus— wie wird da dieß noch enden? Der Dornenpfad des Kummers hat zux. weilen wohl Ruhepunkte, aber bei mir nicht eher, als

O Gotthard, wollte der Himmel, es wäre ſo weit mit mir, denn in meinem Herzen iſt es Nacht. Doch davon ſpäter.