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nn des für ein edles ſtolzes Herz ſo unendlich ſchmerz⸗ iche iſt.
Karl ſchwieg, allein in ſeinen Blicken las Gotthard mehr, als jener auszudrücken vermochte. Karls ſchwarze Augen voll Feuer, Muth und tiefem Ernſte hatten einige Aehnlichkeit mit Hermanns und Alles dieß machte auf Gotthard einen wunderbaren Eindruck; minutenlang konnte er ſich in ihr Anſchauen verlieren; es war ihm, als ſähe er in denſelben mit klaren deutlichen Zügen alle die ab⸗ wechſelnden Regungen ſeiner Seele geſchrieben; und doch lag zuweilen wieder eine dunkle Wolke über ihrem Glanze, durch deren Vorhang Gotthard nicht in das dunkle Hei⸗ ligthum zu blicken vermochte.
„Laß uns Freunde und Brüder ſeyn,“ ſagte der Baron ohne alle weitere Vorbereitung;„wir können dann mit um ſo weniger Zwang ſprechen.“
„Ja, Freunde und Brüder,“ erwiederte Gotthard lebhaft.„Nächſt meinem Hermann, den ich wünſchte, daß Du kennen möchteſt, ſollſt Du mir der Theuerſte ſeyn— und nun laß uns ohne Rückhalt offen mit einan⸗ der reden. Sag' mir Alles, wie die Sache mit Fuſel⸗ berg ſteht. Geſtern habe ich von dem Amtmann gehört, um was es ſich handelt und freute mich ſchon, wenn Du ſelbſt zum Gericht kommen ſollteſt, um Deine Sache zu führen, Dir ſogleich einen guten Troſt bringen zu können, denn der Kaufmann, welcher Eigenthümer der Pfand⸗ ſcheinverſchreibung geworden iſt, iſt mein Oheim, ein her⸗ zensguter, vortrefflicher Mann, der dem Fuſelberg zwar beſtimmte Inſtruktion gegeben haben mag, auf der andern Seite aber auch mit ſich reden läßt, wenn man ihm irgend Sicherheit für ſein Geld bieten kann. Allein, wie geſagt, laß mich Alles wiſſen, ſowohl was die Schuld betrifft, als auch wie hoch ſich Fuſelbergs eingeklagter Betrag beläuft.“
Nun erzählte der Baron, wie der Diſtriktsexekutor ſchon Jahre lang auf eine Partie für ſeinen Sohn mit
Die Milchbrüder. 1. 11


