Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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Zimmer zeigen, dann auch hier für das Pferd ſorgen. Ich habe die Pferde ſo gern und das Ihrige ſoll ſo gut behandelt werden, wie die des Herrn Amtmannes, unſere prächtigen Apfelſchimmel, welche nur zum höchſten Staate eingeſpannt werden.“

„ Danke, danke, beſter Herr Lidner! Ihr Anerbieten iſt ſo gut gemeint, daß ich es nicht abſchlagen kann.“— Nun ſchritt Karl mit ſeinem Wegweiſer auf Gotthards Zim⸗ mer zu, welches dicht neben dem Gerichtsſaale lag, ſo daß man darin Alles hören konnte, was in dieſem ver⸗ handelt wurde.

Ein unwiderſtehlicher Schauder durchfuhr den Baron, als er um fünf Uhr vernahm, wie ſeine Sache aufge⸗ rufen wurde und er die grobe Stimme des Diſtriktsere⸗ kutors und das Raſcheln der Papiere vernahm, als die Akten aus Fuſelbergs Händen an den Gerichtstiſch wan⸗ derten; unangenehm hallte das widrige Geräuſche in ſeinem Innern nach. Mit großen Schritten durchmaß er das Zimmer, und ſowohl der geſpannte Zuſtand ſeines Gemüths, eine Folge des heißen Auftritts von heute Morgen, ſowie der Umſtand, daß er die ganze Nacht durch geritten war, nicht geſchlafen und keinen Biſſen gegeſſen hatte; verſetzten ihn in einen fieberhaften Zuſtand, welcher von Minute zu Minute dergeſtalt zunahm, daß er endlich kraftlos auf den Sopha ſank.

Etwa eine Stunde nachher trat Gotthard in das Zimmer und ſah mit innigſtem Mitleid, in welch ſchlim⸗ mem Zuſtande ſich Karl befand. Er errieth zum größten Theil die Veranlaſſung und rief ſchnell nach einer Flaſche Wein und einem gebratenen Huhn nebſt Zugehör. Nach⸗ dem Gotthard den kleinen Tiſch ſelbſt gedeckt hatte, trat er zum Baron und bat ihn angelegentlich um Verzeihung, daß er bisher für ſeinen Gaſt ſo ſchlecht geſorgt habe; „allein“ fügte er hinzu,„ich mußte unausgeſetzt am Pro⸗ tokoll fitzen und konnte keinen Augenblick loskommen. Dagegen bin ich aber auch jetzt auf den ganzen Abend mein eigener Herr, und wenn Sie vorderhand mein Mittags⸗