Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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mag, daß nur eine Reiſe helfen könne, und dieſe mir

Leib und Seele wieder geſund und kräftig machen werde.“

„Ach, Sie ſind Wittwer,“ erwiederte Frau Ahlberg, und in ihrer Stimme lag eine ſchmerzliche Wehmuth. „Unſer Loos iſt ſich alſo darin gleich. Seit einigen

Monaten bin auch ich allein, ganz allein. Ich hatte ein Kind, es folgte aber bald ſeinem Vater, und Nichts blieb meinem Herzen— da iſt es jetzt öde und leer.“ Eine Thräne fiel aus den langen Augenwimpern nieder auf

ihre Hand, welche auf der Stuhllehne ruhte.

Ueber die Empfindung, welche ſich jetzt in Dahls Bruſt regte, können wir keine Rechenſchaft geben; er wußte ſich ſelbſt nicht zu erklären, was ihn dazu trieb, ſich zu bücken und die Thräne aufzuküſſen; kaum hatte er es gethan, ſo brannte ihm der Tropfen wie Feuer auf den Lippen und durch ſein ganzes Weſen. Er ſtand auf, wagte nicht, ſeine junge Wirthin anzuſehen und ging ſchweigend und gedankenvoll durch das Zimmer.

Allein die Töchter Eva's haben von jeher ein ſcharfes Auge; auch Frau Ahlberg war nicht aus der Art ge⸗ ſchlagen. Dieß ging deutlich aus ihrem Benehmen her⸗ vor; ſie behandelte die kleine Epiſode als einen natürlichen Zufall, welcher auf Rechnung ſeiner aufgeregten Gefühle

kam und ſetzte das Zwiegeſpraͤch ſo ungezwungen und

freundlich wie vorher fort.

„Sind Sie ſo glücklich, daß Ihnen Ihre Frau Ge⸗ mahlin ein oder vielleicht mehrere Kinder hinterlaſſen

hat?“

„Ja, einen Sohn von einem Jahr; meine Schwä⸗ gerin, eine höchſt vortreffliche Frau, zieht ihn auf. Sie theilt ihre mütterliche Sorgfalt zwiſchen ihm und ihrem

eigenen Kinde.“

„Dieß iſt ein großer und reicher Troſt für Sie, Herr Dahl,“ ſagte Frau Ahlberg.„Ihnen iſt noch viel Glück

geblieben!’“* „Gewiß; aber doch liegt eine große Kluft zwiſchen

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