Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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1*

Guſtel zu ſagen, ſie möge Herrn Dahl bei Frau Ahlberg anmelden.

Nach ein paar Minuten kam Peter wieder zurück, mit einer Empfehlung an ſeinen Herrn, und er werde willkommen ſein.

„Gut,“ ſagte Dahl,„gib mir den olivengrünen Frack, Peter, und bürſte den Hut aus, ich will einſtweilen mein Halstuch umknüpfen.“

Heute ſaß die Schleife nicht auf der Seite, die Cravatte war in ſchönſter Ordnung und die Demantnadel verbarg ſich ſchüchtern unter der Aegide der bauſchenden Halstuchzipfel. Bald darauf trat Dahl in Frau Ahlbergs Zimmerchen. Er machte eine ſehr vortheilhafte, an⸗ genehme Figur. Sie ſaß am Fenſter und ſtickte. Als Dahl auf ſie zuging, ſtand ſie auf und bot ihm mit freundlichem Lächeln einen Stuhl nicht weit von dem ihrigen an.

„Verzeihen Sie, wenn ich ſtöre, Madame,“ begann Dahl im weichſten Tone, deſſen ſeine Simme fähig war. „Ich konnte dem Drange nicht widerſtehen, Ihnen für die angenehme Nachtruhe, welche ich in Ihrem Hauſe genoſ⸗ ſen, meinen Dank auszudrücken. So gut habe ich ſeit langer, ſehr langer Zeit nicht geſchlafen.“

„Das freut mich unendlich,“ entgegnete ſie mit un⸗ gekünſtelter Herzlichkeit.„Sie ſehen auch in der That heute viel beſſer,— das heißt, viel friſcher aus, als geſtern Abend bei Ihrer Ankunft.“

„Sie ſind allzugütig, ſo etwas zu bemerken,“ ver⸗ ſetzte Dahl, und ein angenehmes Gefühl, welches ihm längſt fremd geworden war, bemächtigte ſich ſeiner.„Sie mögen aber wirklich nicht Unrecht haben,“ fuhr er fort, „es iſt heute das erſte Mal, ſeit ich das Ungluüͤck hatte, Wittwer zu werden, daß ich eine Art von Wohlbeſinden ſpüre, ein Erwachen zum Leben und zu neuer Thätigkeit; ich fange in der That an zu glauben, daß mein Schwa⸗ ger, welcher Arzt iſt, mit ſeiner Behauptung Recht haben