Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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„Der arme Mann,“ ſeufzte Dahl.„Es muß der guten Frau ſauer geworden ſeyn, ſich durchzuſchlagen, aber es iſt Alles ſo ſauber um ſie her und die ſämmt⸗ lichen Sachen hier ſind zwar einfach, aber deuten doch gerade auf keine eigentliche Dürftigkeit hin.“

„Ja, ja, es iſt Alles ganz nett, was da im Zimmer ſteht,“ erwiederte Peter, innig vergnügt, daß er wieder ein Mal um Etwas gefragt wurde. Er, der beſtändig über Alles ſo genau Beſcheid wußte, hatte über Nichts eine größere Freude, als wenn man ſeinen Vorrath von

Neuigkeiten in Contribution ſetzte.

„Woher weißt Du denn dieß Alles, Peter?“ fragte ſein Herr erſtaunt.

„Ja, Herr Patron, man erfährt Allerlei, wenn man ſeine Augen und Ohren gehörig gebraucht. Als das Mäd⸗ chen von ihrer Frau herauskam und die Sachen zum Kaffee brachte, fragte ich: Wo iſt die Zuckerzange, mein Herz? fragte ich.— Die Zuckerzange, Herr Peter? fragte ſie; wir brauchen keine, deßhalb hat meine Frau auch keine. — Was, ſage ich, ſie hat keine Zuckerzange?— Nein; hör er, ſagte das Mädchen ganz verdrießlich, wenn ihm das ſo ſeltſam vorkommt, ſo kann ich ihm ſagen, daß meine Frau außer dem dünnen Löffelchen, welches da bei der Taſſe liegt, ſagte ſie, kein Silber in ihrem Vermö⸗ gen hat.“

„Ei, ei, Jungfer, das iſt wunderlich, ſagte ich, es ſind doch allerhand hubſche Sachen in unſerem Zimmer und da habe ich gedacht..— Ach, das iſt auch der Mühe werth, ſiel ſie mir in die Rede, daß er ſich um andrer Leute Sachen bekümmert; ich darf ihm aber ſchon ſagen, denn ich ſehe keine Heimlichkeit darin, Alles, was er hier ſieht, haben die Verwandten der Frau in der Auktion nach dem Tode des ſeligen Herrn für ſie erſtanden. Es war wohl ſchön, daß ſie Alles verſteigern ließ, um ihres Mannes Ehre zu retten, allein das Silber iſt dabei draufgegangen; ſoviel blieb ihr nicht übrig, daß ſie das wieder hätte an ſich bringen können.“

Die Milchbrüder, 1. 3