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nun an wirſt Du nicht mehr ſo viel Freiheit haben. Ich finde, daß es für den Dienſt nicht gewaltig erſprieß⸗ lich iſt, wenn Du Dich allzuviel auf eigene Fauſt herum⸗ treibſt. Geh' und ſieh' zu, ob ich Kaffee haben lann. Dann bringſt Du meine Sachen.“
„Sehr wohl, Herr Patron! Die Sachen find aber ſchon hier; ich habe bereits geſtern Abend Alles in Ord⸗ nung gebracht.“
„Schön von Dir, Peter! Sorge nur, daß ich bald Kaffee bekomme und einen ordentlichen Teller mit Zwie⸗ back dazu. Ich bin hungrig wie ein Wolf!“
Mit geflägelten Stiefeln flog Peter, ein ehrlicher, anſtelliger Burſche, den Auftrag ſeines Herrn auszurich⸗ ten; während das Dienſtmädchen drinnen bei der Frau war und das einfache Kaffeeſervice zurecht machte, erwog Peter in ſeinem Kopfe die ſchnelle Veränderung, welche mit ſeinem Herrn vorgegangen war. Obſchon er nicht begreifen konnte, woher dieſe Umwandlung gekommen,
freute er ſich doch herzlich darüber, denn er war geſcheidt
genug, um einzuſehen, daß ſie für ſeinen Herrn nur von Nutzen ſeyn könne. Auch freute er ſich über den Wechſel
ſelbſt, denn ſein Herr, ſtatt, wie gewöhnlich, leidend und krank auezuſehen, hatte heute ganz und gar das Anſehen
eines Mannes in voller Kraſt und Stärke.„Es iſt alſo
doch ſo, wie der Doktor geſagt hat,“ ſchloß Peter ſeinen
Gedankengang.„Kaum iſt er auf der Reiſe, ſo kommt er wieder auf den Strumpf.“ Als der Diener mit dem Kaffee eintrat, war Dahls
erſte Frage:„Weißt Du, wie die Frau heißt, bei der
wir wohnen?“
„Ei freilich weiß ich das; Ahlberg heißt ſie, und iſt
die Wittwe eines kleinen Kaufmanns, der im vorigen Jahre geſtorben iſt, ohne ihr einen Pfenning zu hinter⸗ laſſen. Sie waren vier Jahre geheirathet und er hat ſeit dem Hochzeltstage an der Schwindſucht laborirt, deßhalb
kam er auch in Schulden bis über die Ohren und das ganze Haus war voll von Kreuz und Elend, als er ſtarb.


