Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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hell und klar vor ſeinen Augen und er wünſchte Nichts, als daß der Doktor mit zugegen geweſen wäre.—„Nun, ein ander Mal werde ich geſcheidter ſeyn!“ ſagte er und nahm ſich vor, von nun an ſeine fünf Sinne zu Rath zu ziehen; ging dann in die Kuͤche, wo er das rothhaarige— Weibsbild fand, drückte ihr ein paar Schillinge in die Hand und bat ſie mit größter Höflichkeit, ihm das Haus zeigen zu wollen, wo die Frau wohne, welche Zimmer vermiethe.

„Nun, mein Sir, jetzt ſehe ich doch, daß er ver⸗ nunftig geworden iſt,“ murmelte das Wirthshausfräulein, ſteckte das Geld in die Taſche und ging, ohne ein Wort zu verlieren, die Straße hinauf voraus; am dritten Hauſe blieb ſie ſtehen und ſagte vernehmlich:„Da die Thüre links! Sie können nicht fehlen, gerade der Leinwandbude gegenüber.“

„Gut,“ erwiederte Dahl und konnte ſich unmöglich— den Wanſch verſagen, wie das erſte Mal, einen Blick auf die Fenſter und Gardinen zu werfen.—„Ach, wäre ich nur gleich hieher gekommen, da wäre ich nicht fehl⸗ gegangen!“ Dieſe Schlußfolgerung zog er ſicher aus den kleinen, kaum zwei Scheiben hohen Fenſtern, den weißen, aber etwas knappen Vorhängen und den vielen hübſchen Blumen, in beſcheidenen irdenen Töpfen, auf den Fenſter⸗ geſimſen; Alles zeugte von Geſchmack im Verein mit nothgedrungener Sparſamkeit.

Dahl trat auf die Haustreppe und klopfte mit einiger Schüchternheit(eine Folge ſeines erſten Irrthums) an der bezeichneten Thüre. Leichte Schritte näherten ſich, ᷣ innen wurde ein Riegel zurückgeſchoben, die Thüre ging auf und es ſchaute ein Kopf heraus, welcher auf unſern. Reiſenden einen um ſo vortheilhafteren Eindruck machte,. als ihn die rothhaarige Nymphe und die ſpitznaſige alte. Dame noch unaufhörlich in Gedanken verfolgten. Der fragliche Kopf war mit einem großen blauen 4. ſprechenden Augenpaar verſehen, einer weißen Stirne, über welche das glänzendſte braune Haar, das man nur