3 oft wir uns ſelbſt täuſchen über die ſogenannte Ewig⸗
13.
Tief ergriſſen, vermochte Dahl kein Wort hervorzu⸗ bringen. Seine von Fieberfroſt bebenden Lippen preßten ſich auf die Hand ſeiner jungen Gattin und aus ſeinem thränenfeuchten Auge ſprach die Bitte, ihn mit der ſo ſchmerzlichen Anſpielung auf eine zweite Wahl zu ver⸗ ſchonen. Schon die entfernteſte Hindeutung riß die blutige Wunde in ſeinent Herzen noch mehr auf.
O, in ſolchen Stunden des brennenden Schmerzes und des gewaltigen Kampfes haben wir keine Ahnung davon, daß wir jemals unſerem Abgott untreu werden. könnten, den wir uns ſiets gleich heilig der unwandel⸗ barſten Zärtlichkeit und des fortdauernden Andenkens für werth halten!—
Die große Lehrmeiſterin, Erfahrung, zeigt aber, wie
keit unſrer Neigungen, über die Macht unſrer Gelübde, nebſt aller Zärtlichkeit, von der man ſich eine nie endende Dauer verſpricht, und welche doch die allerverg anglichſte unſrer Empfindungen iſt.
Bertha ſah welche Qual ihr Gatte litt. Ihr ſchon vom Todesengel berührtes Herz verſtand ihn, ihre blaſſen Lippen ſchloſſen ſich und mit dankbarer Ergebenheit in den Willen ihres himmliſchen Vaters entſchwebte ihre Seele zu der Heimath der Engel.
Zweites Kapitel.
— , Kehr um—„wohin?“— ich frag—„wo findet ſich der Frieden?— 5 Gib mir ein Licht, das weiter ſcheint als nur hienieden.“ 3 Prafſtröm.
Wir führen unſern Leſer am Abend nach dem Begräb⸗ ißtage in das Haus des braven und wohlwollenden Doktors undler. Karoline hatte die ganze betrübte Zwiſchenzeit
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