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ich zuerſt zu verehren und zu lieben begann, weil er ſolch warmes Mitgefühl für mich an den Tag legte— Alles das iſt hier in Dir vereinigt. Nichts iſt todt für mich. Der Inbegriff von alle dem, was mir am lieb⸗ ſten und theuerſten war, iſt hier in dieſen gealterten Zügen und dieſem grauen Haar. Und ich, Vater, bin nun nicht länger blind!“
Dot's ganze Aufmerkſamkeit hatte ſich während dieſer Unterredung auf Vater und Tochter concentrirt; als ſie aber nun nach dem kleinen Heumähder auf der mauriſchen Wieſe blickte, ſah ſie, daß die Uhr binnen wenigen Minuten ſchlagen mußte, und gerieth deßhalb ſogleich in eine ungewöhnliche Aufregung.
„Vater!“ ſagte Bertha zögernd;—„Mary!“
„Ja, mein Liebchen,“ verſetzte Kaleb,„hier iſt fie.“
„Nicht wahr, Vater,“ fragte Bertha,„mit ihr iſt keine Veränderung vorgegangen? Du haſt mir von ihr nichts erzählt, was nicht buchſtäblich wahr war?“
„Ich fürchte faſt, liebes Kind, ich hätte es gethan, wenn ich ſie hätte beſſer machen können, als fie zuvor war,“ gab Kaleb zur Antwort;—„allein ich würde ſie nur zu ihrem Nachtheil verändert haben, wenn ich ſie überhaupt verändert hätte! An ihr gab's nichts zu verbeſſern, Bertha.“
So zutraulich auch das blinde Mädchen geweſen war, als ſie dieſe Frage that, ſo waren doch ihr Ver⸗ gnügen und ihr Stolz über dieſe Antwort über alle Maaßen groß, und es war reizend anzuſchauen, wie ſie jetzt Dot von Neuem umarmte.
„Gleichwohl mögen noch mehr Veränderungen vor ſich gehen, als Du ahnen magſt, meine Liebe,“ ſagte Dot;—„allein es ſind Aenderungen zum Guten, Ver⸗ änderungen, welche Einigen unter uns große Freude bereiten werden. Du mußſt nur darüber nicht zu ſehr erſchrecken, wenn ſich irgend eine davon ereignen und Dir nahe gehen ſollte. Hörſt Du nicht Wagengeraſſel von


