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ſich vor dem alten Manne auf die Kniee nieder, und zog ſein graues Haupt an ſeine gepreßte Bruſt.
„Ich habe mein Geſicht wiedergefunden! ich ſehe ihn!“ rief Bertha;—„ich bin blind geweſen, aber nun ſind meine Augen geöffnet! Zuvor habe ich ihn gar nicht gekannt.— Ach, wenn ich mir denke, ich wäre geſtorben, ohne jemals meinen guten, treuen Vater, der mich ſo liebt, in ſeiner wahren Geſtalt geſehen zu haben!⸗.....
Es gibt gar keine Worte für Kaleb's tiefe Rührung.
.O,“ rief die blinde Tochter und hielt ihn feſt umſchlungen,—„es gibt keine noch ſo ſchöne und edle Geſtalt auf Erden, die ich ſo innig lieben und ſo von Herzensgrund aus verehren würde, als dieſe. Je grauer und gealterter dieß Haupt, theurer Vater! deſto werth⸗ voller und lieber iſt es mir. Laßt nun Niemanden mehr ſagen, ich ſey blind! Es iſt keine Furche in ſeinem Ge⸗ ſicht, keine Falte auf ſeiner Sirne, kein Haar auf ſeinem Haupte, das in meinen heißen Gebeten und in meinem Dank zum Himmel vergeſſen werden ſollte!“
„O meine Bertha!“ war Alles, was der gute Kaleb zu ſtammeln vermochte.
„Und in meiner Blindheit konnte ich glauben, er ſey ſo ganz anders!“ rief das Mädchen, und liebkoste ihn mit Thränen der innigſten, zärtlichſten Liebe;— „und obwobl er Tag für Tag und Nacht um Nacht um mich war, und ſich meiner ſtets ſo freundlich und wohlwollend annahm, ließ ich mir das doch niemals träumen!“
„Der ſchmucke, friſche, kräftige Vater in ſeinem blauem Rocke, Bertha!“ ſagte der arme Kaleb;— „nun iſt er verſchwunden! nun iſt's aus mit ihm!“
„Nichts iſt verſchwunden!“ gab ſie ihm zur Ant⸗ wort;—„nein, liebſter Vater! nichts iſt verſchwunden! Alles, Alles iſt hier in Dir! Der Vater, den ich ſo innig liebte, den ich doch niemals herzlich genug liebte und
niemals ganz kannte, wie er iſt! Der Wohlthäter, den


