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Das Grillchen auf dem Heerde : ein Feemährchen aus traulicher Häuslichkeit / von Charles Dickens. Frei nach dem Engl. von Erwin von Moosthal
Entstehung
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verwundertes Angeſicht zugedreht; allein nun prallte ſie zurück, und hielt ſich feſter an ihre Freundin.

Dein Lebensweg war rauh, mein armes Kind! ſagte Kaleb,und ich hoffte ihn Dir erträglicher zu machen und zu ebnen; daher habe ich Dir Gegenſtände verändert, das Weſen der Perſonen anders geſchildert als es in Wahrheit iſt, und mancherlei Dinge erdichtet, die nie vorhanden geweſen ſind, nur um Dich glücklicher zu machen. Ich habe mancherlei vor Dir verhehlt, habe Dich manchmal abſichtlich getäuſcht und verzeihe mir's Gott! Dich mit einer erdichteten Welt umgeben.

Aber lebendige Menſchen ſind keine Erdichtungen? rief ſie ſchnell, erbleichte plötzlich und zog ſich noch weiter von ihm zurück;ſie kann Niemand verändern.

Und doch habe ich es gethan, Bertha! wandte Kaleb ein;beſonders eine gewiſſe Perſon, die Du kennſt, mein Liebchen....

O, Vaterl warum ſagſt Du mir, ich kenne ſie! gab ſie im Tone bittern Tadeis zur Antwort;welche Gegenſtände und Perſonen kann denn ich kennen, ich, die ich gar keinen Führer habe ich, die ich ſo elend und blind bin?

In ihrem tiefen Seelenſchmerze ſtreckte ſie die Hände aus, als wollte ſie ſich ihren Weg durch Taſten ſuchen; dann barg ſie das Geſicht mit verzweiflungsvoller Trau⸗ rigkeit in die Hände.

Die Hochzeit, welche heut gefeiert wird, fuhr Kaleb fort,gilt einem finſtern, hartherzigen, filzigen,

höhniſchen Manne, der ſeit Jahren ſchon für Dich und

mich ein harter Brodherr war, mein Kind! Häßlich iſt ſein Ausſehen, wie ſein Weſen; fühllos und kalt iſt er innen und außen, und dem Bilde ganz unähnlich, das ich Dir von ihm entworfen habe, ganz unähn⸗ lich in jedem Stücke.

O Gott! rief das blinde Mädchen, deſſen tiefer Schmerz faſt alles Maaß überſtieg,o warum haſt Du mein Herz mit ſo ſchönen Bildern und Begriffen