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ſo vertraut, wie ſie, ſelbſt Ihr nicht, Väterchen! Es iſt an mir ſelbſt nichts halb ſo wirklich und ſo wahr, als ſie iſt. Wenn ich in dieſem Augenblick mein Geſicht wie⸗ der erlangen würde, ich wüßte ſie aus einer ganzen Menſchenmaſſe wieder herauszufinden, ohne daß ſie auch nur ein Wort ſpräche! Liebe, gute Schweſter!“
„Bertha mein liebes Kind!“ hub Kaleb an,„ich habe etwas auf dem Herzen, das ich Dir ſagen möchte, ſo lange wir Drei noch allein beiſammen ſind. Höre mich freundlich an, denn ich habe Dir ein ſchweres Ge⸗ ſtändniß zu thun, mein liebes Kind.“
„Ein Geſtändniß, Vater?“ fragte Bertha.
„Ich bin vom Pfade der Wahrheit abgewichen und habe mich verirrt, mein liebes Kind!“ ſagte Kaleb mit einer wahren Jammermiene in ſeinem ſchüchternen, ſcheuen Angeſicht;—„ich bin vom Pfad der Wahrheit abgewichen, aus lauter Liebe zu Dir, allein es hat ſich erwieſen, daß ich dadurch grauſam gegen Dich geweſen bin.“
„Grauſam?“ wiederholte ſie und wandte ihr Ge⸗ ſicht voll der lebhafteſten Ueberraſchung und Verwun⸗ derung ihm zu.
„Er klagt ſich ſelber zu hart an, Bertha,“ ſagte Dot;—„Du wirſt ihm das auch ſogleich ſagen; Du wirſt die Erſte ſeyn, die ihm das gerne zugeſteht.“
„Er ſollte grauſam gegen mich geweſen ſeyn?“ rief Bertha mit ungläubigem Lächeln.
„Glaube es nur, mein Kind!“ ſagte Kaleb;— „ich bin es wirklich geweſen, obwohl ich es niemals ge⸗ glaubt hatte bis zum geſtrigen Abende.— Höoͤre mich an, meine liebe, blinde Tochter, und vergieb mir! Die Welt, worin Du lebſt, mein liebes Herz, iſt in Wirk⸗ lichkeit nicht ſo, wie ich ſie Dir geſchildert habe. Die Augen, auf die Du Dich verlaſſen haſt, ſind falſch für Dich geweſen.“
Sie hatte ihm bisher noch immer ihr höchlich


