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Das Grillchen auf dem Heerde : ein Feemährchen aus traulicher Häuslichkeit / von Charles Dickens. Frei nach dem Engl. von Erwin von Moosthal
Entstehung
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Der Fremde, der langes weißes Haar und freund⸗ liche, für einen alten Mann noch ziemlich wohlerhaltene Züge von kühnem Schnitt, und dunkle, glänzende, durch⸗ dringende Augen hatte, ſchaute ſich lächelnd um und grüßte des Fuhrmanns Weib mit einem ernſten Kopfnicken.

Seine Tracht war höchſt ſeltſam und auffallend ſo altväteriſch, daß ſie längſt ſchon aus der Mode gekommen ſeyn mußte. Das ganze Gewand war von brauner Farbe. In der Hand trug er einen großen braunen Knittel oder Spazierſtock, den er jetzt auf den Boden ſchlug, daß er auseinanderſiel und einen Stuhl bildete, auf welchem ſich der Alte mit aller Gemüthsruhe niederließ.

Siehſt Du, ſagte der Fuhrmann zu ſeinem Weibe,juſt ſo fand ich ihn an der Straße ſitzen, ſtarr und ſteif wie ein Meilenzeiger und faſt eben ſo taub!

Unter freiem Himmel? fragte das Weibchen.

Ja, im Freien, und gerade mit Einbruch der Nacht! erzählte der Kärrner weiter;hier iſt mein Fuhrlohn,ſagte er, und gab mir achtzehn Pence, dann kroch er in den Wagen und hier iſt er nun.

Er will, glaub' ich, fortgehen, John, ſagte Dot.

Das war aber keineswegs der Fall der Fremde wollte nur ſprechen.

Wenn Ihr's erlaubt, ſagte er milde,ſo laßt mich hier, bis man mich abholt, wie man mir verſpro⸗ chen hat! Laßt Euch nicht ſtören!

Mit dieſen Worten zog er eine Brille aus einer ſehr großen Taſche, und ein Buch aus einer andern, fing ſtille und eifrig darin zu leſen an und fümmerte

ſich um den knurrenden Borer nun kein Haar mehr, als

wenn er ein zahmes Lämmchen geweſen wäre. 4 Der Kärrner und ſein Weibchen tauſchten einen ver⸗ legenen Blick mit einander aus, und da in dieſem Augen⸗ blick der Fremde zufällig aufſchaute, blickte er Eines um das Andere forſchend an und fragte: Iſt das Eure Tochter, guter Freund?