191
Joſeph ſah mich mit zitternder Lippe an und zog ſich den Aermel über die Augen.
„Und da Ihr heute in der Kirche geweſen ſein und alle Welt mit Liebe betrachten mögt, ſo nehmt meinen Dank für alle Eure Güte, die ich ſo ſchlecht vergolten habe. Wenn ich ſage, daß ich bald fortgehe und daß ich nicht ruhe, bis ich Euch Alles zurückgezahlt habe, womit Ihr mich vom Gefängniſſe befreit habt, ſo habe ich doch, und wenn ich es tauſendfach bezahlte, meine Schuld nicht getilgt!“
Beide waren ſehr gerührt und baten mich, nichts mehr zu ſagen.
„Ich muß noch mehr ſagen. Lieber Joſeph, hoffentlich bekommen Sie Kinder, die Sie lieben, und da mag ein kleiner Burſche in dieſer Ecke ſitzen, der Sie an einen andern kleinen Burſchen erinnert, der nicht mehr da ſitzen wird. Dann ſagen Sie ihm nichts von meiner Undank⸗ barkeit, von meiner Ungerechtigkeit— ſagen Sie ihm, daß ich Euch Beide geliebt habe, weil Ihr ſo gut und ſo treu geweſen und daß er als Euer Kind beſſer werden würde, als ich es bin.“
„Ich ſage ihm dann gar nichts von dieſer Art,“ ant⸗ wortete Joſeph.„Auch Biddy nicht. Und Niemand nicht.“ 4
„Und nun ſagt mir, daß Ihr mir verziehen habt. Sagt es mir deutlich, damit ich den Klang dieſer Worte mitnehme.“
„O, liebevoller Pip!“ ſagte Joſeph.„Gott weiß, ich verzeihe Dir, wenn ich gar etwas zu verzeihen habe.“


