Teil eines Werkes 
3. Bd. (1862)
Entstehung
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chen durchzogen waren, die ihm auf die Bruſt fielen, ſah ich ihn wohl an und dachte was er verbrochen haben möge; ich ſchrieb ihm alle Verbrechen des Strafgeſetzbuchs zu, bis es mir zu arg wurde und ich davonlief. Jede Stunde ver⸗ mehrte meine Abſcheu ſo ſehr, daß ich vielleicht die unbe⸗ ſonnenſten Streiche gemacht hätte, wäre mir nicht Her⸗ bert's baldige Rückkehr gewiß geweſen. Einmal ſprang ich des Nachts auf und zog mir ſchon die ſchlechteſten Kleider an, um ihn mit all' meinem Hab' und Gut zu verlaſſen und als Gemeiner nach Indien abzugehen.

In dieſen einſamen Räumen, mit langen Abenden und langen Nächten, indeß Wind und Regen ringsum wüthe⸗ ten, hätte mich ein Geſpenſt nicht ſo ſehr eingeſchüchtert. Ein Geſpenſt konnte man doch nicht aufhängen. Wenn er nicht ſchlief oder mit einem ſchmuzigen Packet Karten eine verwickelte Art Patience ſpielte, die ich weder früher noch ſpäter jemals geſehen, und wobei er ſeine Gewinnſte durch Einſchnitte ſeines Meſſers in den Tiſch anſchrieb, ſo bat er mich, ihm vorzuleſen.Aus fremden Sprachen, lieber Junge. Er verſtand kein Wort davon und ſtand am Feuer, um mich wie ein Ausſteller zu betrachten und machte vor den ſtummen Möbeln Mienen, als ob ſie ſich über meine Fortſchritte wundern ſollten.

Man könnte meinen, ein ganzes Jahr müſſe ſo verfloſ⸗ ſen ſein, allein es dauerte nur fünf Tage. Ich ging nie⸗ mals aus, nur im Dunkeln machte ich einen Spaziergang mit Provis. Eines Abends, als ich nach dem Mittags⸗ eſſen vor Ermattung in einen Schlummer geſunken war denn meine Nächte waren unruhig und voll der ſchreck⸗ lichſten Träume hörte ich die willkommenen Tritte

Charles Dickens, Große Erwartungen. III. 2