Teil eines Werkes 
3. Bd. (1862)
Entstehung
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den Flüchtlinge auf den Marſchen. Dieſe Wirkung auf meine beängſtigte Einbildungskraft entſtand gewiß theilweiſe daher, daß ſein altes Geſicht und Benehmen mir bekann⸗ ter wurden, allein er ſchien auch ſein Bein zu ſchleppen, als ob noch Eiſen auf demſelben laſte und der ganze Menſch von Kopf zu Fuß trug noch das Gepräge eines Sträflings.

Ueberdies lag der Einfluß ſeines einſamen Hüttenlebens auf ihm und gab ihm ein wildes Ausſehen, das kein Kleid zu zähmen vermochte, dazu kam ſein ſpäteres gebrandmarktes Leben unter den Menſchen und endlich ſein Bewußtſein, daß er ſich jetzt verſtecke. Wie er ſaß und ſtand, und trank, ſein großes Meſſer mit Horngriff herausnahm, es am Bein abwiſchte und das Brot durchſchnitt, leichte Gläſer und Taſſen an die Lippen hob, als wären es plumpe Pfännchen, eine Kruſte vom Brot abſchnitt und das letzte Reſtchen Sauce vom Teller aufnahm, und dann die Finger⸗ ſpitzen daran abtrocknete und ſie verſchluckte in allen dieſen und tauſend andern kleinen Dingen konnte man den Gefangenen, den Verbrecher, den Transportirten er⸗ kennen.

Es war ſein Einfall, etwas Puder zu tragen und ich räumte dies ein, nachdem ich die kurzen Hoſen beſeitigt hatte. Doch ſah dies' etwa ſo aus, wie Schminke bei einem Todten ſein mag; durch dieſe dünne Schicht drang das ſchreckliche Geheimniß immer mehr und er mußte es ſehr bald aufgeben und ſein graues Haar kurzgeſchnitten tragen.

Mich drückte in jedem Bezuge das furchtbare Geheim⸗ niß nieder. Schlief er abends ein und hielt ſich an den Lehnen des Seſſels feſt, indeß ſeine kahle Stirn von Fur⸗