— 1—
Naslöchern:„Heda, junger Dieb!“ Ein ſchwarzer Ochſe, mit einer weißen Halsbinde, der für mein waches Gewiſ⸗ ſen eine Art von geiſtlichem Ausſehen hatte, ſah mich ſo hartnäckig mit ſeinen Augen an, und ſchüttelte ſeinen Kopf in einer ſo ſehr anklagenden Weiſe, als ich um ihn herum⸗ lief, daß ich ſogar ſchrie:„Ich konnts nicht helfen! Ich habs nicht für mich gethan!“ Darauf ſtreckte er den Kopf, blies eine Dampfwolke aus ſeiner Naſe, und verſchwand, indem er mit den Hinterfüßen ausſchlug und den Schwanz ſchwenkte.
Ich kam dem Fluſſe immer näher, allein ſo ſehr ich eilte, ſo konnte ich doch meine Füße nicht wärmen, da die Kälte ſich daran feſtgehangen zu haben ſchien, ſo feſt wie das Eiſen am Beine des Mannes, zu dem ich hinlief. Ich kannte den geraden Weg zur Batterie, denn ich war eines Sonntags mit Joſeph dageweſen, und Joſeph hatte mir, in⸗ deß er auf einer alten Kanone ſaß, erzählt, wenn ich erſt ſein Lehrburſche geworden, ſo würden wir manchen Spaß zuſammen treiben. Doch im Nebel kam ich zu weit rechts und mußte nun am Ufer entlang zurückgehen, auf den loſen Steinen über dem Kothe und den Brettern, welche die Fluth abſteckten. Ich ſuchte ſo raſch als möglich voran zu kommen, und ſprang über einen Graben in der Nähe der Batterie, von wo ich den Hügel hinaufeilte, als ich den Mann vor nir ſitzen ſah. Er kehrte mir den Rücken zu und hatte die Arme übereinandergeſchlagen; dazu nickte der Kopf vorwärts, als läge er im ſchweren Schlafe.
Ich dachte mir, es würde ihm Vergnügen machen, wenn ich ganz unerwartet mit ſeinem Frühſtück zu ihm käme, ich ſchlich mich alſo heran und berührte ihn an der


