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Drittes Kapitel.
Es hatte am Morgen ſtark gereift und es war ſehr nebelig. Ich hatte den Nebel außerhalb meines Fenſter⸗ chens geſehen, als ob ein Kobold dort die ganze Nacht ge⸗ weint und das Fenſter als Taſchentuch gebraucht hätte. Jetzt ſah ich den Nebel auf den nackten Hecken und dem mageren Graſe wie eine gröbere Art von Spinnwebe lie⸗ gen; er hing von einem Zweig zum andern, von einem Halm zum andern. An jedem Dorn lag eine ſchleimige Näſſe, und der Marſchnebel war ſo dicht, daß der hölzerne Finger am Wegzeiger, der nach unſerm Dorfe hinwies,(worauf man niemals achtete, da Niemand hinging) gänzlich un⸗ ſichtbar war, bis ich vor ihm ſtand. Wie ich ihn anſah und er triefte, ſchien er meinem gedrückten Gewiſſen eine Erſcheinung zu ſein, die mich den Galeeren auslieferte.
Noch ſtärker lag der Nebel auf den Marſchen ſelbſt, ſo daß alles an mir vorüber zu laufen ſchien, nicht umgekehrt. Ein ſchuldiges Gemüth mußte ſich dadurch ſehr belaſtet fühlen. Die Thore, Deiche und Ufer ſprangen mir durch den Nebel entgegen, als ob ſie laut ſchreien wollten: „Halt an den Dieb! Da iſt ein Junge mit Jemand an⸗ ders Schweinepaſtete!“ Eben ſo plötzlich kam das Vieh auf mich zu, riß ſeine Augen auf, und dampfte aus den


