Teil eines Werkes 
1. Bd. (1862)
Entstehung
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15 er gewiß, wenn auch nicht vorher, ſo doch nachher welches gehabt. Das Geviſſen iſt ſchlimm, wenn es einen Mann oder einen Knaben beſchuldigt, wenn aber bei einem Knaben dieſe

geheime Laſt mit noch einer geheimen Laſt in ſeinen Bein⸗

kleidern verbunden iſt, ſo iſt es eine große Strafe. Das ſchuldvolle Bewußtſein, Frau Joſeph zu beſtehlen, denn an Joſeph dachte ich gar nicht, von dem ich niemals ange⸗ nommen hatte, daß ihm etwas im Hauſe gehöre, und die Nothwendigkeit meine Hand an das Butterbrot zu legen, wie ich daſaß oder wenn ich in der Küche etwas beſorgen ſollte, nahm mir faſt die Beſinnung. Da die Marſchwinde das Feuer hin und her flackern ließen, kam es mir mitun⸗ ter vor, als ob der Mann mit dem Eiſen am Beine, der mir Verſchwiegenheit anbefohlen, hineinriefe, ich ſolle gleich kommen, er könne nicht bis morgen hungern. Dann dachte ich wieder wie es würde, wenn der mit Mühe zurückgehal tene junge Mann plötzlich ſeine Ungeduld empfände, ſich in der Zeit irrte und ſchon in der Nacht Herz und Leber mir ausſchnitte! Mein Haar ſtand vor Schrecken in die Höhe.

Es war Weihnachtsabend und ich ſollte den Pudding für den andern Tag von 7 bis 8 Uhr nach der Hausuhr mit einem Kupferſtabe rühren. Ich verſuchte es mit der Laſt auf meinem Beine(und dachte dabei an die Laſt des Man⸗ nes auf den ſeinigen) und fand es ganz unmöglich, das Butterbrot noch länger bei mir zu behalten, bis es mir endlich gelang in mein Dachkämmerchen zu kommen, um dieſen Theil meines böſen Gewiſſens abzulegen.

Nachdem ich gerührt hatte, wärmte ich noch am Kamin,