Teil eines Werkes 
1. Bd. (1862)
Entstehung
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Zweites Kapitel.

Meine Schweſter, Frau Joſeph Gargery, war über zwanzig Jahre älter als ich, und ſtand bei ihren Nachbarn und bei ſich ſelbſt in hoher Geltung, weil ſie mich mit der Flaſche groß gemacht hatte. Meine Sthörſe ſah nicht beſonders angenehm aus und es war mir, als ob ſie ſich ihren Mann mit Gewalt verſchafft hätte. Joſeph hatte flachsgelockte Haare an ſeinem glatten Geſichte, und Augen von einem ſo ungewiſſen Blau, daß man faſt annehmen konnte, ſie wären in ihrem eigenen Augapfel zerronnen. Er war ein milder, gutmüthiger, närriſcher, braver Menſch, eine Art von Herkules in der Kraft wie in der Schwäche.

Meine Schweſter, Frau Joſeph, mit ſchwarzem Haar und ſchwarzen Augen, hatte ein ſo rothes Geſicht, daß es mir mitunter vorgekommen war, ſie waſche ſich gar nicht mit Seife, ſondern mit einem Muskatnußreiber. Sie war ſchlank, knochig, und trug immer eine grobe Schürze, die hinten mit zwei Schleifen befeſtigt war, vorn mit einer gewaltigen Taſche, in welcher ſich ſehr viele Nadeln befan⸗ den. Sie rühmte ſich eben ſo ſehr, als ſie den Joſeph tadelte, daß ſie dieſe Schürze ſo viel tragen müßte. Ich weiß nicht, weshalb ſie die Schürze überhaupt trug, und