Teil eines Werkes 
4.-6. Th. (1844)
Entstehung
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. 2⁵6⁶ Und wie iſt denn das Alles zugegangen? fragte Martin mit dem unwillkürlichſten Entſetzen.

Erinnern Sie ſich nur an das, was Sie heute ge⸗ ſehen und gehört haben! Beginnen Sie mit dem Ober⸗ ſten und fragen Sie ſich alsdann ſelbſt! verſetzte ſein neuer Freund;wie dieſe Leute empor kamen und ſich an die Spitze des politiſchen Lebens ſtellten, iſt eine andere Frage. Der Himmel verhüte, daß ſie die Muſter und Beiſpiele der Intelligenz und Tugend von Amerika ſeyn ſollten, allein ſie wiſſen ſich geltend zu machen, bil⸗ den die überwiegende Mehrzahl der Staatsbürger und vertreten dieſe ſehr häufig. Wollen wir vielleicht einen kleinen Spaziergang zuſammen machen?

In dem Betragen dieſes Mannes lag eine ſo herz⸗ liche Unbefangenheit, eine ſo einladende Zuverſicht, daß jene nicht mißbraucht werden würde, ein männliches Be⸗ tragen von ſeiner Seite und ein ſchlichtes Vertrauen auf die Ehrenhaftigkeit eines Fremden, wie Martin ſie nie zuvor geſehen hatte; er legte deßhalb ſeinen Arm gern in den des Amerikaners und ſie verließen mit ein⸗ ander das Speiſehaus. Es mögen vielleicht Männer ge⸗ weſen ſeyn, wie dieſer neue Gefährte Martin's, auf welche ein Reiſender von geachtetem Namen, der vor nahezu vierzig Jahren dieſe Küſten betrat und auf demſelben Boden, wie ſeither ſo manche Andere ſchon gethan, über den Flecken und Schandmälern in den hochgeſpannten Erwartungen erwachte, die er in dem ſtrahlenden Glanze ſeiner fernen Träume zuvor nicht entdeckt hatte, ſich be⸗ zog, als er folgende Worte an ſie richtete:

Kolumbia's Tage ſind für ſolche längſt dahin,

Die ohne Reife rankten, im Schatten wucherten;

Von außen roh, wurmſtichig bis in's Mark,

Wird fallen ihre Frucht, bevor der Lenz iſt dal

Ende des zweiten Bandes.

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