249
in öffentlichen Reden und Vorträgen ausgelaſſen hatte. Die Uebrigen entbehrten ganz und gar aller individuellen Charakterzüge, in ſo fern man füglich ihre Verſtandes⸗ kräfte unter einander ausgetauſcht haben möchte, ohne den⸗ ſelben auf die Spur zu kommen. Sie waren, beiläufig geſagt, die einzigen Mitglieder der Geſellſchaft, die nicht zu den äußerſt merkwürdigen Perſonen dieſes Landes ge⸗ hörten.
Einige der Herren erhoben ſich nach einander und entfernten ſich, ſobald ſie ihren letzten Biſſen verſchluckt hatten, wobei ſie indeß gewöhnlich eine Weile am Ofen inne hielten, um ſich noch für eine Minute oder drüber an den meſſingenen Spucknäpfen zu erleichtern.
Nur etliche wenige Perſonen von geſetztem Alter blieben noch eine volle Viertelſtunde bei Tiſch und er⸗ hoben ſich nicht eher, als bis auch die Damen aufſtan⸗ den und die ganze Geſellſchaft ſich erhob.
„Wohin gehen ſie jetzt?“ flüſterte Martin fragend Herrn Jefferſon Brick in's Ohr.
„In ihre Schlafzimmer,“ war die Antwort.
„Haben Sie denn hier zu Lande kein Deſſert oder irgend eine andere Gelegenheit zur Unterhaltung?“ fragte Martin, der ſich gerne nach ſeiner langen Reiſe einiger⸗ maßen gütlichngethan hätte.
„Wir ſind ein geſchäftiges Volk hier zu Lande, Sir, und haben hiezu keine Zeit!“ verſetzte Brick.
Die Damen zogen nun in einer langen Reihe ab und Herr Jefferſon Brick und die übrigen verheiratheten Herren, welche noch zurückblieben, beurkundeten ihren Abſchied mit einem leichten Kopfnicken, womit übrigens die ganze Geſchichte ein Ende hatte. Martin ſah hierin nur eine höchſt unbehagliche Gewohnheit, behielt indeſſen ſeine Anſicht wohlweislich blos für ſich und war ſehr geſpannt, die Unterhaltung der geſchäftigen Herren mit anzuhören und ſich daran zu erbauen, wie ſie jetzt um den Ofen herumlungerten, als ob durch die Entfernung vom ſchönen Geſchlecht eine mächtige Bürde von ihrem Herzen genommen worden wäre, und nun den überſchweng⸗


