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13 das Leben, Betragen und Charakter des Herrn Todgers gegönnt hatte, der allem Anſcheine nach ſeinem ehelichen Leben ein jähes Ende bereitet, indem er gegen alle Klei⸗ der⸗Ordnung ſeinem eigenen Glücke davongelaufen war und ſich in fremden Landen als Junggeſelle niedergelaſſen hatte.
„Auch Ihr Papa hat mir einſt auf ſehr ernſte Weiſe den Hof gemacht, meine Lieben,“ ſprach Frau Todgers, „allein das große Glück, Ihre Mutter zu werden, war mir nicht vorbehalten. Sie können vielleicht kaum inne werden, wen dieß einſt vorſtellen ſollte?“ ſetzte ſie hinzu, indem ſie die Aufmerkſamkeit der beiden jungen Damen auf ein kleines eirundes Miniaturbildchen lenkte, das— einem kleinen Blaſenpflaſter zu vergleichen— gerade über dem Keſſelhaken aufgehängt war, und in welchem ſich nur noch ein höchſt ahnungsvolles unbeſtimmtes Traum⸗ bild ihres eigenen einſtigen Geſichts erkennen ließ.
„Du lieber Gott! Das iſt ja zum Sprechen ähn⸗ lich!“ riefen die beiden Miß Pecksniffs.
„Es galt wenigſtens früher dafür,“ verſetzte Frau Todgers, indem ſie ſich dabei auf höchſt vornehme Weiſe am Feuer erwärmte;—„ich hätte wahrlich kaum ge⸗ glaubt, mein gutes Herzchen, daß Sie mich darin wieder erkannt haben würden!“
Die jungen Mädchen verſicherten, daß ſie es allent⸗ halben wieder erkannt haben würden; wäre es ihnen auf der Straße begegnet, oder hätten ſie es an einem Schaufenſter ausgeſtellt geſehen,— ſo würden ſie Beide ausgerufen haben: Du lieber Gott! Das iſt ja Frau Todgers!“
„Ach meine lieben Miß Pecksniffs,“ verſetzte Frau Todgers mit einem tiefen Seufzer: Sie können mir's kaum glauben, was das für eine nachtheilige verheerende Wirkung auf die Züge hat, wenn man einer ſolchen
Wirthſchaft, hier wie die meinige, vorſtehen muß! Ich
kann Ihnen wahrlich mein Ehrenwort geben, daß die Fleiſchbrühe allein hinreicht, einen um volle 20 Jahre älter erſcheinen zu laſſen.“


