Erſtes Kapitel. Worinnen über die rieſige Stadt London und den Gaſthof der Trau Todgers nähere Aufſchlüſſe ertheilt werden.
Sicherlich hat wohl niemals irgend ein anderer Flecken, eine Stadt oder ein Dörſchen in der Welt ein ſo eigenthümliches Plätzchen aufzuweiſen gehabt, als die Herberge der guten Frau Todgers. Von jenem Stadt⸗ theile Londons aus zu ſchließen, welcher Todgers's Her⸗ berge von allen Seiten her einengte, einzwängte, quetſchte, ihr ſeine Ellbogen aus Mörtel und Backſteinen gleichſam in die Weichen ſtieß, ihr der Zutritt der Luft und den Genuß des Lichtes abſchnitt und ſte beſtändig ſo zu ſagen wie mit einem Schanzkorb umgab,— von dieſem Stadttheile aus zu ſchließen, ſchien Frau Todgers's Her⸗ berge auch Londons ganz würdig, und dieſe Stadt durch⸗ aus geeignet zu ſeyn, mit ihr und Hunderttauſenden der Mitglieder derſelben ſeltſamen Familie, zu welchen Tod⸗ gers's Herberge gehörte, auf höchſt freundſchaftlichem und blutsverwandtem Fuße zu ſtehen.
Die Umgebung der Herberge war durchaus weniger wie irgend eine andere chriſtliche Nachbarſchaft geeignet, zu Spaziergängen zu dienen, indem man ſich auf eine ganze Stunde Weges durch Gäßchen, Nebenwege, Hofräume und Durchgänge taſtend einen Weg hätte ſuchen müſſen, ohne je auf das zu ſtoßen, was man mit Fug und Recht eine Straße hätte nennen können. Eine Art verzweiflungs⸗ voller Reſignation überkam den Fremden, wenn er dieſe unwegſame Irrgänge betrachtete; hier mußte er ſich un⸗
willkürlich verloren geben, wenn er bald heraus, bald


