„
489
Schon iſt er im Begriffe, aus dem Zimmer hinaus⸗ zugehen, da hält ſie ihn zurück durch die Frage:
„Iſt dieß die Warnung, die mir werden ſollte? Ich möchte Sie nicht mißverſtehen.“
„Es iſt dieß nicht gerade die Warnung, die Ihnen zukommen ſollte, Lady Dedlock, weil die bewußte War⸗ nung die genaue Einhaltung des Uebereinkommens vor⸗ ausſetzte. Aber virtuell iſt es daſſelbe,— virtuell iſt es daſſelbe. Ein Unterſchied exiſtirt hier bloß für einen Ju⸗ riſten.“
„Sie wollen mir alſo keine weitere Warnung zu⸗ kommen laſſen?“
„Sie haben es geſagt. Nein.“
„Haben Sie die Abſicht, Sir Leiceſter ſchon heute Abend zu enttäuſchen?“
„Sie fragen mich da aus dem Verſtande, wie man im gewöhnlichen Leben zu ſagen pflegt!“ ſpricht Mr. Tulkinghorn mit einem leichten Lächeln und behntſam den Kopf nach dem beſchatteten Geſichte hin ſchüttelnd.„Nein, heute Abend nicht.“
„Morgen?“
„Alles wohl erwogen, würde ich beſſer daran thun, wenn ich mich weigerte, auf dieſe Frage zu antworten, Lady Dedlock. Wollte ich ſagen, ich wiſſe nicht gerade wenn, ſo würden Sie mir keinen Glauben ſchenken, und ſo würde es doch Nichts nützen. Morgen vielleicht. Ich möchte lieber Nichts weiter ſagen. Sie wiſſen es nun, und ich mag keine Erwartungen wecken, welche durch die Umſtände nicht gerechtfertigt werden köͤnnen. Und nun wünſche ich Ihnen einen guten Abend.“
Sie zieht die Hand weg, wendet ihr blaſſes Geſicht nach ihm hin, während er ſchweigend nach der Thüre hin⸗ geht, und ſtellt ihn abermals, als er eben im Begriffe iſt, dieſelbe aufzumachen.
„Haben Sie im Sinne, noch länger hier zu bleiben?


