Teil eines Werkes 
11.-18. Bd. (1853)
Entstehung
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die Augen auf und blickt auf ihn hin. Es liegt auf ih⸗ rem Geſichte ein ſtrenger Ausdruck und es iſt ein Theil ihrer Unterlippe unter ihren Zähnen zuſammengepreßt.

Dieſes Weib verſteht mich, denkt Mr. Tulking⸗ horn, als ſie den Blick wieder ſenkt.Sie kann nicht geſchont werden. Warum ſollte ſie Andere ſchonen?

Eine kleine Weile verhalten ſie ſich ſchweigſam. Lady Dedlock hat Nichts gegeſſen, ſondern hat zwei oder drei Mal ſich mit feſter Hand Waſſer eingeſchenkt und daſſelbe getrunken. Sie ſteht vom Tiſche auf, ſetzt ſich in einen Ruheſeſſel, lehnt ſich in demſelben zurück, und beſchattet ihr Geſicht. Es liegt in ihrem Benehmen Nichts, das Schwäche ausdrückte, oder Mitleid erregte. Es iſt daſſelbe gedankenvoll, düſter, concentrirt.

Dieſes Weib iſt eine Studie, denkt Mr. Tul⸗ kinghorn, der, abermals ein dunkler Gegenſtand, welcher ihr die Ausſicht verſperrt, auf dem Eſtrich ſteht.

Er ſtudirt ſie mit Muße und ſpricht eine Zeit lang keine Silbe. Auch ſie ſtudirt Etwas mit Muße. Sie iſt nicht die erſte, die ſpricht, und nach ihrem ganzen Be⸗ nehmen und ihrer ganzen Haltung iſt es auch ſo un⸗ wahrſcheinlich, daß ſie zuerſt das Wort ergreifen wird, und wenn er auch bis Mitternacht dort ſtehen bliebe, daß ſelbſt er kein anderes Mittel mehr ſieht, als das Stillſchweigen zu brechen.

Lady Dedlock, es iſt noch der unangenehmſte Theil dieſer geſchäftlichen Unterredung übrig; aber es iſt ein Mal eine Geſchäftsſache. Unſer Uebereinkommen exiſtirt nicht mehr. Eine Frau von Ihrem Verſtande und Ihrer Charakterſtärke wird darauf gefaßt ſein, wenn ich nun

erkläre, daß daſſelbe null und nichtig iſt, und daß ich

nun thun kann, was ich will. Ich bin ganz darauf gefaßt. Mr. Tulkinghorn verneigt den Kopf.Es iſt dieß

Alles, womit ich Sie zu beläͤſtigen habe, Lady Dedlock.