ken, nicht erſt zu ſagen, daß ihre Mittel mit ihr ſterben; und daß dieſe junge Dame jetzt, wo ihre Tante todt iſt—“
„Meine Tante, Sir!“
„Es nützt wahrlich Nichts, eine Täuſchung fortzu⸗ ſetzen, wenn damit kein Endzweck erreicht werden kann,“ ſprach Mr. Kenge ſanft.„Tante in der That, obgleich nicht in den Augen des Geſetzes. Betrüben Sie ſich nicht! Weinen Sie nicht! Zittern Sie nicht! Mrs. Rachael, unſere junge Freundin, hat ohne Zweifel ſchon von— dem— einem— Jarudyce und Jarndyce gehört.“
„Nie,“ ſagte Mrs. Rachael.
„Iſt es möglich,“ fuhr Mr. Kenge, eine Brille her⸗ ausziehend und dieſelbe aufſetzend, fort—„iſt es möglich, daß unſere junge Freundin,— ich bitte Sie, betrüben Sie ſich nicht!— nie von Jarndyce und Jarndyce Et⸗ was gehört hat!“
Ich ſchüttelte den Kopf und fragte mich, was denn das ſein möchte.
„Wie, Sie haben nicht von Jarndyce und Jarndyce gehört?“ ſagte Mr. Kenge, mich über die Brille weg anblickend, und das Brillenfutteral ſanft hin⸗ und her⸗ ſchiebend, wie wenn er Etwas liebkoſete.„Wie, Sie haben uoch nicht von einem der größten Proceſſe gehört, der je vor dem Kanzleigerichtshofe geführt worden? Wie, Sie haben nicht von Jarndyce und Jarndyce gehört,— dem— einem— an nnd für ſich einem unvergänglichen Monnmente juridiſcher Geſchicklichkeit? Ich möchte ſagen,
daß in dieſem Proceſſe jede Schwierigkeit, jede Mög⸗ ichkeit, jede meiſterhafte Fiction, jede Form der Procedur,
die man im Kanzleigerichte keunt, hundertfältig repräſentirt ſind. Es iſt ein Proceß, wie er ſonſt nirgends anders als in dieſem freien und großen Lande exiſtiren kann. Ich möchte behaupten, daß die ganze Summe der Koſten im Proceſſe Jarndyce und Jarndyce, Mrs. Rachael,— ich befürchtete, daß er ſich an ſie wenden möchte, weil


