Teil eines Werkes 
1.-4. Bd. (1852)
Entstehung
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Dieß iſt, ſagte meine Taufpathin mit gedämpfter Stimme,das Kind.

Dann ſetzte ſie in ihrer natürlichen, ſtrengen Weiſe hinzu: 5Dießriſt Eſther, mein Herr!

Der Herr machte von ſeinem Augenglaſe Gebrauch, blickte mich an, und ſprach:Komm zu mir her, meine Liebe!.

Er ſchüttelte mir die Hand, und ſagte mir, ich ſolle den Hut abnehmen und während dieſer ganzen Zeit ſchaute er mich an.

Nachdem ich gethan, wie man mich geheißen, ſagte er:Ah! und darauf:Ja!

Dann nahm er ſein Augenglas weg, legte es in ein rothes Futteral, lehnte ſich in ſeinen Armſeſſel zurück, ſchob das Futteral in ſeinen beiden Händen hin und her, und nickte meiner Tauſpathin zu.

Darauf ſagte meine Taufpathin:

Du kannſt jetzt in Dein Zimmer hinaufgehen, Eſther!

Worauf ich einen Knix machte und ihn verließ.

Es muß zwei Jahre ſpäter geweſen ſein, und ich war beinahe vierzehn, als, in einer ſchrecklichen Nacht, ich mit meiner Taufpathin am Kamine ſaß. Ich las laut, und ſie hörte zu. Ich war, wie gewöhnlich, um neun

Uhr herabgekommen, um ihr aus der Bibel vorzuleſen;

und ich las ihr aus dem Evangelium St. Johannis vor, wie unſer Herr und Heiland ſich bückte, und mit ſeinem Finger in den Staub ſchrieb, als man die Sünderin zu ihm brachte.

Als ſie nun anhielten, ihn zu fragen, richtete er ſich auf und ſprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde iſt, der werfe den erſten Stein auf ſie!

Hier mußte ich inne halten, da meine Taufpathin aufſtand, mit der Hand nach dem Kopfe fuhr, und mit