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bitte Sie darum, ſagen Sie mir doch, ob Mama an meinem Geburtstage geſtorben iſt.“
„Nein,“ entgegnete ſie.„Frag' mich nicht weiter, Kind!“
„Oh, ſagen Sie mir doch Etwas von ihr, ich bitte Sie inſtändigſt darum. Sagen Sie mir doch endlich Etwas, liebe Tanfpathin! Was habe ich ihr denn gethan? Wie habe ich ſie verloren? Warum bin ich von andern Kindern ſo verſchieden,— und warum iſt es meine Schuld, liebe Taufpathin? Nein, nein, nein,— ach nein, gehen Sie doch nicht weg! Oh, ſprechen Sie doch mit mir!“
Es hatte ſich meiner ein Schrecken bemächtigt, der noch weit größer war, als mein Schmerz; und ich hatte ihr Kleid erfaßt, und lag vor ihr auf den Knien.
Während dieſer ganzen Zeit hatte ſie immer geſagt: „Laß mich gehen!“ Jetzt aber blieb ſie ſtehen.
Ihr finſteres Geſicht übte eine ſolche Gewalt über mich, daß es meiner Heftigkeit plötzlich Einhalt that. Ich ſtreckte mein zitterndes Händchen in die Höhe, um ihre Hand zu erfaſſen, und ſie inſtändigſt um Verzeihung zu bitten. Allein ich zog, als ſie mich anblickte, meine Fd zurück, und legte dieſelbe auf mein heftig ſchlagen⸗
es Herz.
Sie hob mich auf, ſetzte ſich in ihren Stuhl, ſtellte mich vor ſich hin, und ſagte langſam, mit kalter Stimme und leiſe,— noch ſehe ich ihre gerunzelte Stirn und ihren auf mich gerichteten Finger:
„Deine Mutter, Eſther, iſt Deine Schande, und Du warſt die ihrige. Es wird einmal die Zeit kommen, und zwar bald genug,— wo Du dieß beſſer verſtehen wirſt; auch wirſt Du es dann fühlen, wie Niemand, es ſei denn ein Weib, es fühlen kann. Ich habe ihr ver⸗ geben;“— allein ihr Geſicht blieb immer gleich ſtrenge; —„ich habe ihr das Unrecht vergeben, das ſie mir zu⸗ gefügt, und ich ſchweige davon, obgleich daſſelbe grözer
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