Nicolaus Nickleby. 129
Madame Saueers keck entgegen, riß ihr das Häubchen und den Filzhut ab, ſetzte denſelben ſelbſt auf, nahm den Löffel und forderte ſie bei Todesſtrafe auf, niederzu⸗ knieen und ſogleich einen Löffel voll Purganz einzuneh⸗ men. Ehe die würdige Frau von ihrem Schrecken ſich er⸗ holen und den geringſten Widerſtand leiſten konnte, wurde ſie durch eine Schaar jubelnder Quälgeiſter in eine knieende Stellung gezwungen und genöthigt, einen Löffel voll der ſchrecklichen Miſchung zu verſchlucken, die noch ekelhafter dadurch geworden war, daß ein anderer Rebell den jungen Wackford mit dem Kopfe hineinge⸗ taucht hatte. Dieſer erſte Erfolg trieb die ausgelaſſenen Jungen zu neuen Heldenthaten. Der Anführer beſtand darauf, daß Madame Squeers noch einen Löffel voll nehme, der junge Squeers wurde nochmals mit dem Kopfe in die Schüſſel gedrückt, und die Knaben wagten ſich auch an das Fräulein Squeers, als John Browdie die Thüre aufriß und hereintrat. Das Jubeln, Schreien, Aechzen, Pfeifen, Klatſchen und Scharren hörte plötzlich auf und es folgte Todtenſtille.
„»Was lärmt Ihr ſo, Ihr Jungen?« fragte John, indem er ſich umſah. ‚
»Squeers iſt im Gefängniſſe und wir wollen davon⸗ laufen,« riefen ein Dutzend gellende Stimmen.»Wir
leiben nicht, wir wollen nicht bleiben.«
»Gut, bleibt nicht,« antwortete John,»Ihr ſollt auch nicht bleiben. Lauft fort wie Männer, Aber quält die Frauenzimmer nicht.. 3
„ Hurrah!« riefen die gellenden Stimmen noch gellender.
„»Hurrah!« wiederholte John.»Ja, Hurrah wie Männer. Gebt Achtung! Eins— Zwei— Drei— Hurrah!«. 3
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