124 Nicolaus Nickleby.
alles, was ihm unterdeß geſchehen, nur ein Traum, und als wandere er eben nach London zurück, verlaſſen und hülflos in die weite Welt hinein.
uUm dieſe Erinnerungen noch lebhafter zu machen, fing es gegen Abend an zu ſchneien, und als er durch Stamford und Grantham und an das kleine Wirthshaus kam, wo er die Geſchichte von dem Baron gehört hatte, ſah alles ſo aus, als habe er es erſt am vorigen Tage geſehen und als ſei auch nicht eine der Schneeflocken auf den Dächern unterdeß geſchmolzen. Er folgte den Gedanken und Erinnerungen, die auf ihn eindrangen, und konnte ſich faſt überzeugen, daß er wieder mit Squeers und den Knaben oben auf dem Wagen ſitze, daß er die Stimmen derſelben höre und wiederum die Muthloſigkeit wie damals und die Sehnſucht nach der Heimath fühle. Darüber ſchlief er ein, träumte von Madelinen und vergaß alle früheren Gedanken.
Er ſchlief dieſe Nacht in dem Wirihshauſe bei Greia⸗ Bridge, ſtand am nächſten Morgen früh auf, ging nach dem Marktflecken und fragte nach John Browdie's Hauſe. John wohnte an dem einen Ende, ſeit er verheirathet war, und da Jedermann ihn kannte, fand Nicolaus bald einen Knaben, der die Gefälligkeit hatte, ihn dahin zu führen. 4
An der Thüre entließ er ſeinen Führev; er ging ſo⸗ gleich, ohne in ſeiner Ungeduld ſich die Zeit zu nehmen, das gedeihliche Ausſehen des Gütchens und Gartens zu bewundern, nach der Küchenthür und klopfte freudig mit ſeinem Stocke an. n
»Heda!« rief eine Stimme innen,»was giebk's. Brennt's denn in der Stadt? Man wird ja taub von dem Pochen.« Mit dieſen Worten öffnete John Browdie ſelbſt die Thüre; dann riß er die Augen ſo weit als


