Teil eines Werkes 
8. Th. (1839)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Nicolaus Nickleby. 119

Achtes Kapitel.

Ein alter Bekannter wird in traurigen Umſtänden wieder er⸗ kannt und Todtenbuſchhall löſ't ſich für immer auf.

Nicolaus gehörte zu Denen, deren Freude unvoll⸗ ſtändig iſt, wenn ſie nicht von den Freunden in trauri⸗ gen und minder glücklichen Tagen getheilt wird. Ob⸗ wohl ihn jeder Reiz der Liebe und Hoffnung umgab, ſo ſehnte ſich doch ſein Herz nach dem gutmüthigen und na⸗ türlichen John Browdie. Er erinnerte ſich ihres erſten Zuſammentreffens mit einem Lächeln und ihres zweiten mit einer Thräne; er ſah den armen Smike noch ein⸗ mal vor ſich, wie er mit dem Bündel auf der Achſel ge⸗ duldig neben ihm herging und hörte des ehrlichen York⸗ ſhirers ermuthigende Worte, als er ſie auf ihrem Wege nach London verließ.

Er ſetzte ſich mit Madelinen mehrmals hin, um ei⸗ nen Brief zu ſchreiben, darin John ausführlich mit ſei⸗ nen veränderten Umſtänden bekannt zu machen und ihn ſeine Freundſchaft und Dankbarkeit zu verſichern. Aber der Brief kam nie zu Stande. Obgleich ſie mit der be⸗ ſten Abſicht von der Welt daran gingen, ſo geſchah es doch immer, daß ſie von etwas Anderm ſprachen, und wenn Nicolaus allein zu ſchreiben verſuchte, ſo war es ihm unmöglich, auch nur die Hälfte von dem zu ſagen, was er zu ſagen wünſchte, oder Etwas zu ſchreiben, was ihm nach wiederholtem Ueberleſen nicht kalt und ungenügend vorgekommen wäre, im Vergleich mit dem, was er im Sinne hatte. Endlich, als es mehrere Tage ſo gegangen war und er ſich immer härtere Vorwürfe