120 Nicolaus Nickleby.
machte, nahm er ſich vor(um ſo ſchneller, da ihm Ma⸗ deline zuredete), ſelbſt nach Jorkſhire zu reiſen und⸗ Herrn und Madame Browdie zu überraſchen.
Deshalb ging er eines Abends zwiſchen ſieben und acht Uhr mit Käthchen in das Poſtbureau im Sarazenen⸗ kopfe, um einen Platz bis nach Greta Bridge zu der nächſten Poſt zu beſtellen. Sie mußten nach Weſten hin gehen, um einige kleine Reiſebedürfniſſe einzukaufen, und da es ein ſchöner Abend war, kamen ſie überein, dahin zu gehen und nach Hauſe zu fahren.
Der Ort, in welchem ſie eben geweſen waren, weckte ſo mancherlei Erinnerungen und Käthchen hatte ſo Vie⸗ les von Madelinen, wie Nicolaus ſo Vieles von Frank zu erzählen, Jedes intereſſirte ſich ſo ſehr für das, was das Andere ſagte, und Beide waren ſo glücklich und ſo mittheilend, und hatten ſo Vielerlei zu ſprechen, daß ſie bereits eine halbe Stunde in einem Gewirr von Gäß⸗ chen herumgewandelt waren, ehe es Nicolaus einfiel, es ſei wohl möglich, daß ſie ſich verirrt haben könnten.
Die Möglichkeit wurde bald zur Gewißheit, denn als er ſich umſah und erſt an das eine, dann an das andere Ende der Straße ging, bemerkte er kein Zeichen, nach welchem er ſich orientiren konnte und wollte zurückgehen, um ein ſolches aufzuſuchen.
Es war ein kleines Nebengäßchen und ſie ſahen Nie⸗ manden an oder in den wenigen ärmlichen Laden, an denen ſie vorübergingen. Als ſie endlich einen ſchwachen Lichtſchein bemerkten, der aus einer Kellerwohnung her⸗ aufkam, wollte Nicolaus ein paar Stufen hinuntergehen, um ſich den Leuten unten zu zeigen und nach dem Wege zu fragen, wurde aber durch ein lautes Geräuſch, eine keifende Frauenſtimme, aufgehalten.


