12 Nicolaus Nickleby. das Glas in die Hand, blies das Licht aus, als wolle er längere Zeit wegbleiben, ſchlich ſich hinaus auf die Treppe, tappte nach einer der ſeinigen gegenüber befind⸗ lichen Thür und klopfte an dieſer leiſe an.
„Aber was nützt das Anpochen?« ſagte er zu ſich ſelbſt;»ſie hört es doch nicht. Ich glaube nicht, daß ſie was Beſonderes thut, und thut ſie es auch, ſo iſt mir es doch gleichgültig, was ich ſehe.«
Nach dieſer kurzen Vorrede legte Herr Squeers die Hand auf die Thürklinke, machte die Thür ein wenig auf, ſah in das Dachſtübchen hinein, welches noch ärm⸗ licher war als das, welches er eben verlaſſen hatte, trat ein, da er Niemanden darin erblickte als eine alte Frau, die ſich über ein ärmliches Feuer bückte(denn der Abend war kühl, obgleich das Wetter ſonſt noch ziemlich warm war), und klopfte ſie auf die Achſel.
»Nun, liebe Slider,« ſagte Herr Squeers gut ge⸗ gelaunt.
»Sind Sie's?« fragte Grete.
»Ich bin es, ich, die erſte Perſon Singular Nomi⸗ nativ, Squeers,« antwortete er, rückte einen Stuhl an das Feuer, ſetzte ſich ihr gegenüber, ſtellte die Flaſche und das Glas auf den Tiſch zwiſchen Beiden und wie⸗ derholte ſehr laut:
„»Nun, liebe Slider.⸗
„»Ich höre Sie,« ſagte Grete, die ihn ſehr leutſelig empfing.
„Ich komme, wie ich verſprochen,« ſchrie Squeers.
»So ſagt man in meiner Heimath,« bemerkte Grete freundlich,»aber ich meine, Oel iſt beſſer.⸗
»Beſſer als was?« ſchrie Squeers, während er ei⸗ nige Verwünſchungen leiſer hinzuſetzte. »Nein,« ſagte Grete,»natürlich nicht.«


