Teil eines Werkes 
3. Th. (1839)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

168 Die Pickwicker.

Weit gefehlt, Sammy,« erwiederte ſein Vater, ves war für die Waſſerſteuer des Schäfers.«

»Wie, dem Schäfer ſeine Waſſerſteuer?« fragte Sam verwundert.

»Ja,« entgegnete Weller Senior,»der Schäfer hatte ſeit dreiviertel Jahren für das Waſſer in ſeinem Hauſe keinen Heller bezahlt, vielleicht weil er nicht viel Ge⸗ brauch vom Waſſer machte, denn er trinkt nur wenig, ſehr wenig von dem Getränk, Sammy, er kennt ein anderes, das ein gutes halbesdutzendmal mehr werth iſt. Genug, es war nicht bezahlt worden, und alſo nagelten ſie ihm die Röhren zu. Der Schäfer geht gleich nach der Kapelle, giebt ſich für einen verfolgten Heiligen aus, und ſagt, er hoffe, die Herzen derer, die ihm das Waſſer abgeſchnitten hätten, würden erweicht werden, und auf den rechten Weg gelangen, denkt aber bei ſich, daß ſie in die Hölle fahren werden. Die Weiber ſtellen darauf gleich eine Verſammlung an, ſingen einen Pſalm, wählen Deine Mutter zur Vorſitzerin, beſchließen für den näch⸗ ſten Sonntag eine Sammlung, und händigen Alles dem Schäfer ein, und wenn er nicht genug damit hat, um die Waſſergeſellſchaft für ſein ganzes Leben zu bezahlen,« ſagte Herr Weller Senior zum Schluß,»ſo will ich ein Holländer ſein, und Du biſt auch einer, Sammy, und das iſt die ganze Geſchichte.«

Der Alte rauchte noch einige Minuten fort, und begann wieder:.

»Das Schlimmſte an dieſem Schäfer und ſeiner Sippſchaft, mein Junge, iſt, daß ſie allen jungen Weib⸗ ſen hier herum die Köpfe verdrehen. Die guten Kinder denken, es iſt Alles in der Ordnung, und ſie wiſſen es nicht beſſer, aber ſie ſind Opfer der Schwindelei, Samiel, Opfer des Betrugs.«