Teil eines Werkes 
3. Th. (1839)
Entstehung
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Die Pickwicker. 153

abwechſelnd nach den Ferkelfüßchen, dem geröſteten Käſe, den Wänden und der Decke.

»Die arme Frau!« ſeufzte Miſtreß Cluppins.

»Ach die arme Frau!« fiel Miſtreß Sanders ein.

Sam ſagte noch kein Wort. Er merkte, daß ſie zur Sache kamen.

»Ich weiß mich gar nicht zu faſſen,« ſagte Miſtreß Cluppins,»wenn ich an ſolche Treuloſigkeit denke. Ich möchte es gerne vermeſden, etwas zu ſagen, was Ihnen unangenehm ſein könnte, junger Mann, aber Ihr Herr iſt wirklich ein Barbar, und ich wollte, er wäre hier, daß ich es ihm in das Geſicht ſagen könnte.«

»Ja, das wollte ich auch,« erwiederte Sam.

»Es iſt wirklich ein Jammer, anzuſehen, wie die arme Frau ſich die Sache zu Herzen nimmt; ſie wankt trübſinnig umher, und nichts kann ihr Troſt gewähren, außer wenn ein paar Freundinnen aus Mitleid zu ihr kommen, um ihr Geſellſchaft zu leiſten,« ſagte Miſtreß Cluppins, nach den Ferkelfüßchen und dem Käſe hinüber⸗ ſchielend, ves iſt wirklich ein Jammer!«

»Es iſt barbariſch!« rief Miſtreß Sanders aus.

»Und Ihr Herr, junger Mann,« fuhr Miſtreß Cluppins mit großer Zungengeläufigkeit fort,»iſt noch dazu ein wohlhabender Mann, der die Ausgabe für eine Frau gar nicht zu ſcheuen hat; er kann alſo auch nicht die geringſte Entſchuldigung für ſein Benehmen vorbrin⸗ gen. Warum heirathet er ſie denn nicht?«

»Ja,« ſagte Sam,»das iſt eben die Frage.

»Ich wurde ihn aber nicht lange fragen, und nicht viel Umſtände mit ihm machen, wenn ich mit ihm zu thun hätte,« erwiederte Miſtreß Cluppins.»Zum Glück giebt es noch Geſetze für uns Frauen, zu ſo elenden Ge⸗

ſchöpfen Viele uns auch gern machen möchten, wenn ſie