150 Die Pickwicker.
abgeſchattet hatten, gehörten zwei von den vertrauteſten Freundinnen der Miſtreß Bardell an, welche eben einge⸗ treten waren, um einige Taſſen Thee zu trinken, und etwas geröſteten Käſe und gebratene Ferkelfüßchen zu ge⸗ nießen. Der Käſe bräunte und röſtete ſich ſehr anlockend in einem kleinen holländiſchen Ofen vor dem Kaminfeuer, die Ferkelfüßchen ſchmorten in einer kleinen Pfanne, und Miſtreß Bardell und ihre zwei Freundinnen fühlten ſich ſehr behaglich, und hatten bereits eine intereſſante Unter⸗ haltung über alle ihre beſondern Bekanntſchaften ange⸗ knüpft, als Maſter Bardell wieder eintrat, und die von Herrn Samuel Weller ihm anvertraute Botſchaft ver⸗ kündete.* N
»Herrn Pickwicks Bedienter?« ſagte Miſtreß Bardell erbleichend.
»Gott ſtärke mich!« rief Miſtreß Cluppins aus.
»Ich hätte es nimmermehr geglaubt, wenn ich nicht zufällig ſelbſt hier wäre,« ſagte Miſtreß Sanders.
Miſtreß Cluppins war eine kleine lebhafte Frau, und Miſtreß Sanders eine große korpulente Perſon mit einem breiten Geſicht, und dieſes waren die beiden Gäſte. Miſtreß Bardell hielt es für angemeſſen, die Aufgeregte zu ſpielen, aber da keine von den Dreien genau wußte, ob unter den obwaltenden Umſtänden irgend eine Mitthei⸗ lung anders, als durch die Vermittelung der Herren Dodſon und Fogg von Herrn Pickwicks Bedienten ent⸗ gegen zu nehmen ſei, ſo geriethen ſie alle in einige Ver⸗ legenheit.
In dieſem Zuſtande der Rathloſigkeit war ihrer An⸗ ſicht nach das Erſte, was ſie zu thun hatten, den Knaben gehörig dafür zu beſtrafen, daß er Herrn Weller an der Thür gefunden hatte. Seine Mutter übernahm dieſes Geſchäft, und er heulte melodiſch dazu.
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