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Die Pickwicker. 27
in Erwaͤhnung, was für ſonderbare alte Gebäude ſie ſeien.«
»Sie!« ſagte der Mann in verächtlichem Ton,« was können Sie von der Zeit wiſſen, als dort junge Leute ſich in die einſamen Zimmer einſchloſſen, und einen wie den andern Tag laſen und nichts als laſen bis ſpät in die Nacht hinein, bis ſie durch ihr Studiren faſt den Verſtand ver⸗ loren hatten, bis ihre geiſtigen Kräfte gänzlich erſchöpft waren, bis ſie unter dem unnatürlichen Eifer zuſammen⸗ ſanken, ihre Jugendkräfte nur den alten trockenen Büchern zu widmen, und das Licht des Morgens ihnen keine Friſche und Geſundheit brachte? Um nun auf eine an⸗ dere ſpätere Zeit zu kommen: Was wiſſen Sie von dem allmähligen Hinſchwinden, dem ſchnellen Unterliegen ſo mancher Auszehrungs⸗ und Fieber⸗Patienten, die in denſelben litten und dahinſchieden an den preiswürdigen Ergebniſſen und Folgen davon, daß ſie'gelebt hatten? Was wiſſen Sie von den Vielen, die dort um Barm⸗ herzigkeit gefleht, und verzweifelnd die Geſchäftszimmer der Anwälde verlaſſen haben, um ſich in der Themſe eine Ruheſtätte zu ſuchen, oder eine Zuflucht im Kerker zu finden!— Ja, dieſe Inns ſind keine gewöhnliche Häu⸗ ſer. In dem alten Täfelwerk ihrer Wände iſt kein ein⸗ gefugtes Stück Holz, das nicht, wenn es die Gabe des Gedäͤchtniſſes und der Sprache hätte, Schauder erregende Dinge aus der Romantik— ja der Romantik des Lebens — erzählen könnte. Obſchon ſie ſo werkeltagsartig und nüchtern ausſehen, ſind ſie doch ſeltſame alte Gebände, und ich würde lieber manche grauenhafte Sage, als die wahre Geſchichte ihrer alten Gemächer erzählen hören.«
Der alte Herr, der ſo unerwartet das Wort genom⸗ men, hatte dies mit einem ſolchen Feuer geſprochen, und der Gegenſtand, der es entzündet, war ſo ſeltſam, daß


