Teil eines Werkes 
3. Th. (1839)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Die Pickwicker. Herr Pickwick im erſten Augenblick nichts zu entgegnen wußte, als der Alte plötzlich in ſeinem Redefluß inne hielt und den lauernden Seitenblick wieder annahm, der wäh⸗

rend ſeiner aufgeregten Stimmung verſchwunden war.

Bald darauf fuhr er fort:

»Betrachten wir ſie in einem andern Licht, ihrem alltäglichſten und am wenigſten romantiſchen, welche koſt⸗ bare Stätten langſamer Tortur ſind ſie dann. Den⸗ ken wir uns den bedürftigen Mann, der Alles, was er beſaß, verloren, ſich zum Bettler gemacht hat, um den Beruf anzutreten, der ihm nie einen Biſſen Brod gewäh⸗ ren kann. Auf ſeine Erwartung, ſein Hoffen, Fürchten, ſein Elend, ſeine Armuth, folgt endlich die Vernichtung ſeiner letzten Hoffnungen, und das Ende ſeiner Laufbahn vielleicht der Selbſtmord, oder was noch ſchlimmer iſt, er beendigt ſein elendes Daſein als zerlumpter Trunken⸗ bold. Habe ich nicht Recht, wie?« und der alte Mann rieb ſich die Hände und ſchielte wie in ſelig⸗ ſtem Entzücken umher, daß er einen andern Geſichts⸗ punkt gefunden habe, unter den er ſeinen Lieblings⸗ Gegenſtand ſtellen könne.

Herr Pickwick beobachtete mit großer Neugierde den Alten, und die Uebrigen lächelten und blickten ihn ſchwei⸗ gend an..

»Sprecht mir von Euren deutſchen Univerſitäten,« fuhr der kleine alte Mann fort,»ja, ja, wir haben Ro⸗ mantik genug bei uns zu Hauſe, ohne daß wir eine halbe Meile danach zu gehen brauchen, die Leute denken nur nicht daran!«

»Ich dachte allerdings noch nie an den romantiſchen Geſichtspunkt, unter dem ſich dieſer Gegenſtand betrach⸗ ten ließe,« ſagte Herr Pickwick lächelnd.

»Daran zweifle ich nicht,« entgegnete der kleine alte

2